Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 07.11.2012

Inklusionspreis für Caritas-Zentrum St. Vinzenz

Bezirk zeichnete Projekt "Gemeinschaftsraum Westliche Ringstraße" aus

Den Inklusionspreis 2012 des Bezirks Oberbayern hat das Caritas-Zentrum St. Vinzenz Ingolstadt gewonnen. Eine Jury wählte das Projekt „Sozial-integrativer Gemeinschaftsraum Westliche Ringstraße“ neben einer anderen Initiative in Oberbayern unter knapp 30 Bewerbern für den erstmals ausgeschriebenen Preis aus, der dieses Jahr „Wohnen: Leben im Viertel – Leben in der Region“ als Thema hatte.

„Mit diesem Projekt hat der Caritasverband Eichstätt gezeigt, dass er einen ernst zu nehmenden Beitrag auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft leisten will. Dafür bedanke ich mich ganz besonders“, schreibt Bezirkstagspräsident Josef Mederer an Markus Pflüger, Leiter von St. Vinzenz. Die Einrichtung, die dem Caritasverband angehört, fördert und betreut vor allem Menschen mit geistiger Behinderung in verschiedenen Bereichen. Das Preisgeld von 2.500 Euro für das Caritas-Zentrum soll dazu beitragen, ein Kellerzimmer in der Wohnanlage der Einrichtung in der Westlichen Ringstraße 24/24a in einen Gemeinschaftsraum umzugestalten.

Markus Pflüger freut sich insbesondere über den Preis,   „weil an dem Projekt in hohem Umfang Menschen mit Behinderung beteiligt waren“. Ferner werde mit ihm „unsere Fachkompetenz wahrgenommen und bestätigt, dass wir mit der sozial-integrativen Wohnanlage bereits im Jahr 2009 gesellschaftlich Schritte in die richtige Richtung gegangen sind“ so Pflüger. Seinerzeit habe in der Öffentlichkeit noch niemand von Inklusion oder sozialräumlichem Denken gesprochen.  

In der Wohnanlage leben nach Information Pflügers derzeit 18 Mietparteien, die dort zu günstigen Bedingungen unter dem Marktpreis Wohnungen von St. Vinzenz gemietet haben. 14 von diesen sind Menschen mit Behinderung, die anderen haben in unterschiedlicher Weise „sozialen Rehabilitationsbedarf“ wie zum Beispiel eine alleinerziehende Mutter. Die Mieter können vom Caritas-Zentrum St. Vinzenz oder anderen Leistungsanbietern im Alltag unterstützt werden, müssen es aber nicht. Ziel ist, dass alle so weit wie möglich ihr Leben selbst gestalten können.

Ausgangspunkt für das Projekt „Sozial-integrativer Gemeinschaftsraum“ war der Wunsch aller Mieter nach einer gleichberechtigten Mitbestimmung und Selbstorganisation für Wohnen und Freizeit sowie gegenseitiger Nachbarschaftshilfe nach Bedarf. In dem Gemeinschaftsraum wollen sie zum Beispiel wöchentliche Gesprächsrunden, gesellige Zusammenkünfte, Gesellschaftsspiele, Mieterversammlungen und Familienfeiern selbst organisieren. Die Mieter haben bereits vor einiger Zeit einen Sprecher gewählt, der immer wieder im Gespräch mit Markus Pflüger ist, auch über die Einrichtung des Gemeinschaftsraumes. Der im Moment noch leer stehende Kellerraum wird unter anderem mit einer Küchenzeile, Garderobe, Tischen und Stühlen ausgestattet. Durch das Projekt sollen die Wohngemeinschaft weiter gestärkt – und auch Menschen in der umliegenden Nachbarschaft einbezogen werden: zum Beispiel für das Hoffest oder die Nutzung der Bocciabahn auf dem Gelände der Wohnanlage.  

 

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