Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 01.09.2015

Klaus-Josef Knaus verabschiedet

18 Jahre lang prägte der Heimleiter das Seniorenheim Dietfurt

Nach 18 Jahren großem Engagement für das Caritas Seniorenheim Haus Bruder Balthasar und dessen Bewohner ist Heimleiter Klaus-Josef Knaus verabschiedet worden. Der Schritt fiel nicht nur ihm, sondern auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Heimes und Verantwortlichen des Caritas-Diözesanverbandes schwer. Mehrere Redner dankten ihm für sein unermüdliches Wirken, mit dem er das Haus zu einer Vorzeigeinrichtung machte.

Im Seniorenheim gab es am Mittwoch, 26. August, mit der Verabschiedung von Klaus-Josef Knaus eine mit Wehmut erfüllte Stunde. Der Grund ist seine Krankheit, mit der er seit über einem Jahr kämpft und weswegen er die Heimleitertätigkeit nicht mehr ausüben kann. „Jetzt ist es Zeit, ganz offiziell Schluss zu machen und einem Nachfolger Freiraum zu geben“, sagte Knaus. Er erinnerte daran, dass ihm 1996 die Verantwortung des Hauses Balthasar Werner mit 50 Bewohnerinnen und Bewohnern sowie 60 Mitarbeitenden übertragen wurde. In der Folgezeit hat sich konzeptionell vieles geändert, auch deshalb, weil man damals im Heim noch keine demenzkranken Menschen hatte.

Umbau erforderte Kräfte

1997 wurde das Qualitätsmanagement eingeführt, was sich bestens bewährte. Danach folgte das Umweltmanagement, „denn auch wir wollten zum Beispiel in Form von Müllvermeidung und Energieeinsparung Beiträge für die Umwelt leisten“, so Knaus. Krönung davon war heuer die Inbetriebnahme einer besonderen Photovoltaik-Anlage mit Energiespeicher zur Gewinnung von Strom. Das anstrengendste Projekt war 2008 und in den Folgejahren der zeitgemäße und zukunftsgerechte Umbau des Heimes. Nach zwölf Jahren Heimleitung wusste Knaus, wo was fehlt und was sinnvoll ist. Dazu gehörte die Umgestaltung der Stockwerke, sodass Hausgemeinschaften und Wohngruppenbetreuung möglich wurden. Lärm und Dreck, gelegentlich  auch Architekt und Handwerker, brachten den Heimleiter manchmal an die Grenzen seiner Kräfte. Letztlich empfand er  es ab doch als schöne Aufgabe.

Mit Genugtuung stellte Knaus fest, dass er sich bei der Einführung der Tagespflege über Ansichten anderer – auch von Vorgesetzten – durchgesetzt hat. Der Erfolg gab ihm Recht. So hat die Tagespflege schon weithin Schule gemacht. 2010 bekam er mit Pflegedienstleiterin Verena Gradl eine Verstärkung, die ihm manche Tätigkeit erleichterte. Knaus verhehlte nicht, dass er gelegentlich auch streitbar war, wenn es um das Wohl der und anvertrauten Menschen ging. „Ich habe dafür aber immer wieder Verständnis gefunden und weise darauf hin, dass die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern trotzdem gut war.“ Diesen dankte für das gute Miteinander und auch die von ihnen eingebrachten Verbesserungsvorschläge. „Gemeinsam haben wir für das Haus eine besonders hohe Qualität erreicht, was Kontrollen und Prüfungen immer wieder bestätigten“ zeigte sich Knaus erfreut.

Vision „Wohnen mit Service“

Er dankte aber auch seinen Vorgesetzten in Eichstätt, den früheren Kollegen sowie den Verantwortlichen von Kirche und Gemeinde, besonders den Priestern und Bürgermeistern aber auch Ärzten, Kliniken und Heimaufsicht für eine gute Zusammenarbeit. Ein großer Dank ging auch an alle ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie die Bevölkerung, bei denen man immer spürte, dass sie hinter dem Seniorenheim stehen. Nicht zuletzt dankte Knaus seiner Frau und Tochter, die ihn bei der Arbeit getragen haben und Verständnis zeigten. „Ich kann nur wünschen, dass es im Haus zum Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner gut weiter geht.“ Dann sprach der scheidende Heimleiter noch eine Zukunftsaufgabe an, für die er während der Krankheit ein Konzept erarbeitete. Knaus sieht er es als erforderlich an, dem Heim in Dietfurt ein Haus für „Wohnen mit Service“ anzugliedern. Seine Vision dafür habe er dem Caritasverband unterbreitet und dabei ein offenes Ohr gefunden.

Verena Gradl würdigte das Engagement von Klaus-Josef Knaus, „der für alle Anliegen stets ein offenes Ohr hatte“. Sie sprach von einem Verlust für das Haus zeigte aber für die Entscheidung Verständnis. Namens der Mitarbeitervertretung sprach Rosina Grad Dankesworte und bescheinigte, „dass Knaus keinen Problemen auswich und nach Lösungen suchte, die für alle tragbar waren“.

Mehrmals Pilotfunktion übernommen

Hedwig Kenkel, Leiterin der Abteilung für ambulante und stationäre Altenpflege des Caritasverbandes Eichstätt, bezeichnete das Dietfurter Seniorenheim als ein Vorzeigeobjekt mit der Handschrift von Klaus-Josef Knaus. Es war schon etwas Besonderes, als er mit 26 Jahren Heimleiter wurde. Immer wieder hat er eigene Vorstellungen durchgesetzt, die sich als Pilotprojekte erwiesen. Dazu gehört auch die Zusammenführung von verschiedenen Caritaseinrichtungen. So sind im Dietfurter Seniorenheim die Sozialstation, Erziehungsberatung und Kreisstelle für diverse Beratungen untergebracht. Damit ist Dietfurt auch hier Vorreiter in der Diözese. Ebenso leistete Knaus besondere Dienste bei einem EDV-Projekt für alle Caitas-Seniorenheime der Diözese. „Sie haben so viele Dinge angeschoben, dass man gar nicht alle aufzählen kann“, sagte Kenkel.

Mit Aufmerksamkeit und Freude registrierten alle Anwesenden auch die Mitteilung, dass der Caritas-Vorstand hinter dem Vorschlag „Wohnen mit Service“ steht. Derzeit laufen die planerischen und organisatorischen Vorbereitungen. Schließlich dankte Kenkel auch für die kritische Begleitung von Knaus dabei. Als äußeres Zeichen seiner Wertschätzung überreichten sie und auch die Vorredner kleine Abschiedsgeschenke.

Gerhard Binder kommissarischer Leiter

Die Heimleitung übernimmt nun kommissarisch bis Mitte nächsten Jahres Gerhard Binder, der bereits Leiter des Caritas-Seniorenheimes Berching ist. Nachdem Pflegedienstleiterin Verena Gradl in Kürze in Mutterschaft geht, übernimmt im Oktober dieses Jahres Andrea Götz aus Seubersdorf deren Aufgabe. Diese half beim Aufbau der Palliativstation am Klinikum Neumarkt und hat dort die pflegerische Leitung inne. Im Zuge der Verabschiedung sagte Knaus, dass er, soweit es gewünscht ist, gerne mit Rat zur Seite steht. Ihm war es auch noch ein Bedürfnis, allen zu danken, die ihm bei seiner Krankheit zur Seite standen und stehen. „Der Satz, geht es dir schlecht dann werden die Menschen rar, trifft bei mir nicht zu.“

Anton Bachhuber                                                           

 

Heimleiter Klaus Josef-Knaus (Dritter von links) wurde von Mitarbeitenden des Caritas-Seniorenheimes Dietfurt und Hedwig Kenkel vom Caritas-Diözesanverband (links) verabschiedet. Rechts der künftige kommissarische Leiter Gerhard Binder. Foto: Anton Bachhuber                                                                     

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