Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 01.06.2016

Zielstrebige Frau für ausgeglichenen Mann

Cornelia Maier löst Karl-Heinz Liepold in Leitung des Seniorenheimes Denkendorf ab

Leitungswechsel im Caritas-Seniorenheim St. Josef Denkendorf: Karl-Heinz Liepold (62) geht nach fast 18-jähriger Tätigkeit als Einrichtungsleiter am 1. Juli in die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Seine Nachfolgerin ist die 29-jährige Cornelia Maier aus Altmannstein. Sie war zuletzt Pflegedienst- und stellvertretende Einrichtungsleiterin im Caritas-Seniorenheim St. Anna in Deining. Der offizielle Stabwechsel ist gestern bei einem Gottesdienst in der Denkendorfer Pfarrkirche und einer Feier im Seniorenheim St. Josef vollzogen worden. Rund 60 Verantwortliche und Mitarbeitende aus Caritas, Kirche und Kommunalpolitik nahmen daran teil.

Am heiligen Josef orientiert

Caritasdirektor Franz Mattes, der den Gottesdienst mit dem Denkendorfer Ortspfarrer Konrad Weber zelebrierte, würdigte Liepold als „geschätzten Einrichtungsleiter mit unschätzbaren Verdiensten“. Er habe sich am Beispiel des heiligen Josef, Namenspatron der Caritaseinrichtung, orientiert, indem er sich im „Geist der Liebe“, mit Mut und Besonnenheit zum Wohl der im Seniorenheim lebenden alten und pflegebedürftigen Menschen sowie der dort arbeitenden Mitarbeitenden eingesetzt habe. Der Direktor wünschte Cornelia Maier, dass auch sie in dieser Weise die Liebe Gottes im Haus St. Josef erfahrbar werden lassen kann.

Die für die Caritas-Altenhilfe im Bistum Eichstätt verantwortliche Abteilungsleiterin Hedwig Kenkel hob die „ruhige und ausgeglichene Art“ Liepolds hervor, mit der dieser Herausforderungen bewältigt habe. Diese hätten in  Denkendorf oft darin gelegen, auf unterschiedliche Belegungen flexibel zu reagieren. Hier sei es nötig gewesen, den Einsatz von Pflegekräften geschickt zu steuern. Liepold habe aber auch neue Projekte initiiert, indem er zum Beispiel eine Palliativpflege zum Wohl schwerstkranker und sterbender Menschen einführte und ein Betreuungskonzept umsetzte, informierte Kenkel. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass Cornelia Maier eine gute Nachfolgerin wird. Diese habe sie als einen Menschen kennengelernt, der „seinen Weg mit Zielstrebigkeit konsequent gehen will“.

Pfarrer Konrad Weber bedankte sich bei Liepold für die aus seiner Sicht gute Zusammenarbeit mit der Pfarrei: „Sie haben es uns leicht gemacht, im Seniorenheim Seelsorge zu betreiben.“ Doch die Türen der Einrichtung hätten auch immer wieder offen gestanden, wenn zum Beispiel der Pfarrgemeinderat oder Firmgruppen einen Raum benötigten. „Herr Liepold hat Ihnen große Fußstapfen hinterlassen, aber Sie können diese sicherlich gut ausfüllen“, sagte der Pfarrer zu Cornelia Maier in der Hoffnung auf eine weitere gute Kooperation. Denkendorfs Bürgermeisterin Claudia Forster würdigte Liepold mit den Worten: „Sie haben Ihren Beruf zur Berufung gemacht.“ Der bisherige Einrichtungsleiter sei liebevoll mit den Bewohnern, verständnisvoll mit den Mitarbeitenden und vertrauensvoll mit der Gemeinde Denkendorf umgegangen.  Cornelia Maier wünschte sie gleichermaßen Einfühlungs- wie Durchsetzungsvermögen für „Höhen und Tiefen“ bei ihrer bevorstehenden Tätigkeit.

 

Leitungswechsel im Caritas-Seniorenheim Denkendorf: Karl-Heinz Liepold erhielt zum Abschied von Caritasdirektor Franz Mattes (Mitte) eine moderne Engelsfigur aus Holz. Cornelia Maier bekam zum Einstieg eine Aquarelldarstellung des Caritas-Flammenkreuzes. Foto: Caritas/Esser

 

Schon mit der Caritas vertraut

Die neue Leiterin selbst ist mit der Arbeit bei der Caritas schon seit mehreren Jahren vertraut. Zur Altenpflegerin wurde Cornelia Maier im Caritas-Seniorenheim St. Franziskus in Berching sowie an der entsprechenden Berufsfachschule des Landkreises Eichstätt ausgebildet. Von Ende 2010 bis Anfang 2014 absolvierte sie ein Bachelor-Studium Gesundheits- und Pflegemanagement an der Evangelischen Hochschule in Nürnberg. In dieser Zeit arbeitete sie im Rahmen sogenannter Minijobs in den Caritas-Seniorenheimen Berching, Bruder Balthasar Werner in Dietfurt sowie St. Anna in Deining mit. Ab Anfang 2014 war sie in Deining Pflegedienst- und stellvertretende Einrichtungsleiterin.

„Nach zweieinhalb Jahren fühle ich mich jetzt für die Aufgabe als Einrichtungsleitung bereit“, sieht sich die Altmannsteinerin motiviert, in eine höhere Position in der Altenhilfe zu wechseln und ergänzt. „Ich habe Freude an der Mitarbeiterführung und der Betriebswirtschaft.“ Sehr wichtig sind der neuen Leiterin „die liebevolle, freundliche und respektvolle Arbeit im Umgang mit den uns anvertrauten Bewohnern und, dass die Pflege ganzheitlich umgesetzt wird“. Dies bedeute, dass Körper, Geist und Seele sowie das soziale Umfeld der alten Menschen einbezogen werden. Dass dies im Haus St. Josef der Fall ist, habe sie bereits in ihren ersten Wochen der Einarbeitung durch Karl-Heinz Liepold erlebt, sagte Cornelia Maier bei der Feier.

Karl-Heinz Liepold bedankte sich „für die wohltuenden Worte“ zu seinem Abschied und ließ sein Berufsleben vor den Gästen Revue passieren: von einer Lehre als Schriftsetzer und dem Zivildienst in einem Dorfkrankenhaus über eine Ausbildung zur Pflegedienstleitung bis zum Einstieg bei der Caritas im Oktober 1998 im Seniorenheim Eichstätt und kurz darauf in Denkendorf. „Ich habe diese Arbeit gerne gemacht, auch wenn sie mehrmals sehr anstrengend war“, sagte der scheidende Einrichtungsleiter. Als belastend für sich und die Mitarbeitenden hat Liepold es nach eigenen Worten vor allem erlebt, wenn häufig in den Medien über Missstände in Pflegeheimen berichtet wurde „und man das Gefühl hatte, dass alle über einen Kamm gezogen werden“. Dies habe auch wesentlich dazu geführt, „dass sich die Politik gezwungen sah, durch vermehrte Kontrollen in den Pflegeheimen sich vor der Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Dies erzeugte in mir und bei allen Beschäftigten ein ungutes Gefühl, ein gewisses Angeklagtsein“, so Liepold. Dabei wollten viele Verantwortliche und Mitarbeitende in der Pflege kranken und alten Menschen in unserer Gesellschaft nur helfen. „Viele junge Leute schreckt dieses Bild ab, den schönen Beruf in der Pflege zu lernen“, bedauert er.

 

Intensive Betreuung wichtig

Wichtig ist es Liepold stets gewesen, dass Heimbewohnerinnen und –bewohner nicht nur gut gepflegt, sondern auch intensiv betreut werden. Daher gab es im Seniorenheim Denkendorf bereits im Jahr 2001 zwei Teilzeit-Pflegekräfte, die sich in Einzelgesprächen sowie Gruppenangeboten ganz der Betreuung widmeten: also zum Beispiel mit den alten Menschen bastelten, Ballspiele machten, Gedächtnistraining praktizierten und andere sinnvolle Beschäftigungen verrichteten sowie organisierten. Heute sind dafür im Haus nach eigenen Angaben sieben von den Pflegekassen finanzierte Betreuungskräfte tätig.

In dem sich im Umbau befindenden Seniorenheim leben Liepold zufolge derzeit 71 Bewohnerinnen und Bewohner. Für Ihr Wohl sind in der Einrichtung insgesamt 67 Mitarbeitende in Pflege und Verwaltung in Voll- und Teilzeitarbeit tätig. 

 

 

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