Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 25.02.2017

Mit Freundlichkeit und Kompetenz Heimat geschaffen

Veronika Eiberger im Seniorenheim Stein verabschiedet / Neuer Leiter Willi Rudolph

Mit einem ökumenischen Gottesdienst hat der Caritasverband für die Diözese Eichstätt die langjährige Leiterin seines Seniorenheimes Albertus Magnus in Stein, Veronika Eiberger (63), verabschiedet.  Gleichzeitig begrüßte er als neuen Leiter den 29-jährigen Willi Rudolph aus Berlin. „Die Zeit in Stein war meine schönste berufliche Zeit“, sagte Eiberger in ihren Abschiedsworten vor zahlreichen Gästen aus Politik und Kirche sowie Mitarbeitenden der Caritas und Bewohnern der Einrichtung in der St. Albertus Magnus-Kirche. In den zwanzig Jahren ihres Wirkens sei ihr die Einrichtung „ein zweites Zuhause“ geworden.

Der Eichstätter Caritasdirektor Franz Mattes fasste diesen Gedanken in seinen Predigtworten auf und verband ihn mit dem Thema der Caritas-Jahreskampagne „Zusammen sind wir Heimat“. Veronika Eiberger sei es gelungen, mit ihrer Geduld, Freundlichkeit und hohen fachlichen Kompetenz, den Bewohnern einen Raum zum Wohlfühlen, also eine Heimat, zu schaffen. „Glücklich ist die Einrichtung und Gemeinschaft, wo Menschen noch den Mut und die Bereitschaft haben, einander zu dienen“, sagte der Caritasdirektor. Pfarrer Tobias Scholz aus Stein dankte der Einrichtungsleiterin für die segensreiche Zusammenarbeit. Sie habe immer ein großes Herz für die Bewohnerinnen und Bewohner gehabt. Der evangelische Pfarrer Jochen Ackermann unterstrich Eibergers Einsatz für die Ökumene. Er begrüßte insbesondere ihre Initiative, ökumenische Gottesdienste in der Hauskapelle des Seniorenheims wiederzubeleben.

Qualität der Pflege gestiegen

Schon vor ihrer Zeit in Stein war Veronika Eiberger, die 1997 die Leitung in Stein antrat, beim Diözesan-Caritasverband Eichstätt tätig. Von 1993 bis 1995 arbeitete sie als Heimleiterassistentin in den Nürnberger Caritas-Seniorenheimen Langwasser und Altenfurt. Währenddessen absolvierte sie die Zusatzqualifikation zur Leitung einer stationären Einrichtung. In fachlicher Hinsicht erlebte die gelernte Hauswirtschafterin und Krankenschwester nach eigenen Worten eine rasante Weiterentwicklung im Seniorenheimbereich. „Die Qualität der Pflege ist wahnsinnig gestiegen“, resümierte Eiberger. Besonders freue sie sich aber, dass sie ihre Ideen in den Entwicklungsprozess einbringen konnte. Dieses hohe Engagement bestätigte die Abteilungsleiterin für stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen des Caritasverbandes, Hedwig Kenkel. Mit ihrer Überzeugungskraft habe Eiberger viele baulichen, fachlichen und konzeptionellen Verbesserungen auf den Weg gebracht. Besonders hob Kenkel den Umbau der Aufenthaltsräume und des Speisesaals hervor sowie ihre innovativen Konzepte für demenzkranke Menschen und Palliativpflege. Ihrem Nachfolger machte sie Mut: Rudolphs große berufliche Herausforderung werde nicht die „Pionierarbeit“ sein, sondern „den hohen Qualitätsstand zu halten“.

Heimbeirat Werner Drexler lobte im Namen der Bewohnerinnen und Bewohner die transparente Arbeitsweise der langjährigen Leiterin: Bei geplanten Veränderungen im Haus sei der Bewohnerrat stets um seine Meinung gefragt worden. Der Bürgermeister der Stadt Stein, Kurt Krömer, stellte bei seiner Abschiedsrede die freundschaftliche Zusammenarbeit mit Eiberger heraus. Bei seinen wöchentlichen Besuchen im Seniorenheim habe sein erster Weg stets zu ihrem Büro geführt. Er dankte Eiberger für die inspirierenden Gespräche und ihre Herzlichkeit: „Sie sind stets mit offenem Herzen und einem Lächeln auf den Lippen durch die Welt gegangenen“. Der Fürther Landrat, Matthias Dießl, würdigte Eibergers hohes Pflichtbewusstsein. „Sie haben in 20 Jahren die Einrichtung intensiv geprägt.“ Ihrem Nachfolger gab er mit auf den Weg: „Gehen Sie weiterhin so aufgeschlossen auf die Menschen zu, wie ich Sie bei unserer ersten Begegnung kennengelernt habe“.

Vielschichtigkeit der Führungsarbeit als Anreiz

Willi Rudolph wird ab 1. April 2017 neuer Leiter des Caritas-Seniorenheims St. Albertus Magnus in Stein. Der Gesundheits- und Pflegemanager arbeitete nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr beim Internationalen Bund (IB) Nürnberg und einer Ausbildung zum Krankenpfleger als Mitarbeiter für Qualitätssicherung in einer Caritas-Sozialstation der Erzdiözese Bamberg. Anschließend absolvierte er ein Traineeprogramm der Diakonie Neuendettelsau und war ab 2014 als Pflegedienstleiter im Senioren- und Pflegedienstzentrum St. Elisabeth in Nürnberg tätig. Im Rahmen seines Studiums Gesundheits- und Pflegemanagement an der Evangelischen Hochschule Nürnberg absolvierte der gebürtige Berliner ein Praktikumssemester bei der Curacon Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

„Dass christliche Werte, die Berücksichtigung der individuellen Lebenswelten und Wirtschaftlichkeit vereinbar sind, zeigt die erfolgreiche Arbeit unseres über 80-köpfigen Teams und zahlreicher Ehrenamtlicher. Ich trete mit der Nachfolge von Veronika Eiberger in große Fußstapfen und freue mich auf die Zusammenarbeit mit selbstbestimmten Bewohnern, engagierten Mitarbeitenden, die mir ihr Vertrauen schenken, und der gesamten Gemeinde“, so Rudolph. An der neuen Position reizt ihn vor allem „die Vielschichtigkeit in der Führung einer sozialen Einrichtung“. Hier, so der angehende Leiter, „kann ich sowohl meine Erfahrungen aus den vorherigen Tätigkeiten als auch meine im Studium erworbenen Kenntnisse einbringen“. 

Eine der ersten Aufgaben von Rudolph wird die Rezertifizierung der Einrichtung mit dem kirchlichen Umweltsiegel "Grünen Gockel" sein. Dies bezeichnet er als "eine Herzensangelegenheit“, denn ein wesentlicher Teil seiner Bachelorarbeit „Nachhaltiges Wirtschaften in Pflegeeinrichtungen“ ging über das Thema Umweltzertifizierungen.

 

 

 

In der St. Albertus-Magnus-Kirche feierten unter anderem Caritasdirektor Franz Mattes, der künftige Leiter Willi Rudolph, Steins Bürgermeister Kurt Krömer, der Fürther Landrat Matthias Dießl, die bisherige Leiterin Veronika Eiberger und die für die Caritas-Altenhilfe im Bistum Eichstätt verantwortliche Abteilungsleiterin, Hedwig Kenkel, (von links) den Stabwechsel im Steiner Caritas-Seniorenheim. Foto: Caritas/Schödl

 

 

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