Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 05.10.2018

Heilerziehungspflege nicht vergessen

Caritasverband fordert Verbesserungen zum Wohl der Menschen mit Behinderung

Mehr Engagement der Politik für die Ausbildung und Arbeit in der Heilerziehungspflege fordert der Caritasverband für die Diözese Eichstätt. „Dieser Beruf zum Wohl von Menschen mit Behinderung ist bei jungen Menschen immer weniger nachgefragt und die Folgen sind bereits jetzt spürbar“, erklärt Markus Pflüger, Leiter des Caritas-Zentrums St. Vinzenz in Ingolstadt und Caritas-Sprecher für Behindertenhilfe. Pflüger verweist auf eine Mitteilung des Fachverbandes Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP), dass im Münchner Raum derzeit „keine dringend benötigten heilpädagogischen Tagesstätten eröffnet werden, weil es an Personal fehlt“.

Gemeinsam mit anderen Fachverbänden für Menschen mit Behinderung hat der CBP einen offenen Brief zu diesem Fachkräftemangel an die Bundeskanzlerin geschrieben. Darin begrüßen die Verbände, dass mit dem geplanten Pflegepersonalstärkungsgesetz zum 1. Januar 2019 die Lage von Mitarbeitenden in der Pflege deutlich verbessert werden soll. Sie machen aber mit Nachdruck deutlich, „dass auch für die Eingliederungshilfe ähnliche Impulse dringend notwendig sind“. In Diensten und Einrichtungen für diese Hilfe werden Menschen mit Handicap oder psychischer Erkrankung unterstützt, damit sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Die Verbände fordern für Menschen mit Behinderung die gleichen Initiativen wie im Pflegepersonalstärkungsgesetz, „ das die Heilerziehungspflege bisher ausgeklammert und sogar im Vergleich mit anderen Pflegeberufen schlechter gestellt und damit unattraktiver gemacht hat“, wie in der Mitteilung des CBP bedauert wird. Auch für die Heilerziehungspflege sollten zum Beispiel die Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf und die Bedingungen zur Schaffung von Ausbildungsplätzen verbessert werden, fordern die Verbände.

Bezüglich dieser Bedingungen beklagt Ludwig Wittmann, Verwaltungsleiter von St. Vinzenz: „Im Gegensatz zu vergleichbaren Ausbildungen im gesundheitlichen und sozialen Bereich ist die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger nicht einheitlich geregelt, auch nicht die Vergütung. Das sorgt für Unsicherheit und Unzufriedenheit.“ Auch wenn die Zahl dieser Azubis in St. Vinzenz heuer zur Freude der Verantwortlichen höher ist als im Vorjahr, zeigten sich Probleme bei der Nachwuchsgewinnung. Bereits in den vergangenen fünf Jahren habe zum Beispiel die Anzahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz in der Heilpädagogischen Tagesstätte für seelisch behinderte Kinder der Einrichtung deutlich abgenommen, informiert deren Leiterin Christine Mirbeth . „Die Bewerberlage lässt eine Auswahl kaum mehr zu, teilweise hatten wir nur eine Bewerbung vorliegen.“ Wie die Verbände fordert daher der Leiter von St. Vinzenz, Markus Pflüger: „Menschen mit Behinderung brauchen eine Initiative wie das Pflegepersonalstärkungsgesetz, damit qualifizierte Assistenz auch in Zukunft gesichert ist!“

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