Wir über uns  

Geschichte des ältesten Diözesan-Caritasverbandes in Bayern

Ereignisse zwischen 1918 und 1990

Ereignisse zwischen 1991 und 2009  


Der Caritasverband für die Diözese Eichstätt blickt auf eine üb 90-jährige Geschichte zurück. Er ist der älteste Diözesan-Caritasverband Bayerns. Im Folgenden werden bedeutende Ereignisse und Entwicklungen in Kurzform dargestellt.  

Ereignisse zwischen 1918 und 1990

1918 Der Caritasverband für die Diözese Eichstätt wird am 3. September als erster bayerischer Diözesanverband gegründet. Bischof Leo von Mergel ernennt Domkapitular Karl Vogt zum 1. Vorsitzenden.

1919 Domvikar Johann Waldmüller wird der erste Caritasdirektor. Als wichtigste Aufgaben werden gesehen: Ausbau der Krankenpflege und der Säuglingsfürsorge auf dem Land sowie die Gründung von Caritasausschüssen in den Pfarreien.

1921 Für die bereits bestehenden 50 Stationen für ambulante Krankenpflege werden eigenen Satzungen erlassen. Der Verband zählt 34 korporative Mitglieder und 93 persönliche Mitglieder. Der Eichstätter Verband schließt sich - wie die anderen inzwischen gegründeten bayerischen Diözesanverbände - dem Deutschen Caritasverband an. 

Grabstein
Grabstein von Dr. Joseph Seitz aus Wachenzell.
Fotos: Archiv des Caritasverbandes Eichstätt 

1922 In den Pfarreien gibt es 53 Caritasausschüsse.
24 Orte haben eine Kinderbewahranstalt. Außerdem sind 9 Waisenhäuser und Erziehungsanstalten sowie 4 Einrichtungen für behinderte Menschen vorhanden.

1924 Die Zahl der Caritasausschüsse steigt auf 90 an.
Im August stirbt Pfarrer Dr. Joseph Seitz aus Wachenzell, der maßgeblich an der Gründung des Caritasverbandes beteiligt war.

1925 Es gibt in 13 Orten 29 Einrichtungen der Volksspeisung (vor allem in Klöstern und Anstalten). Sie geben täglich etwa 670 Essenportionen aus. Der 1. Vorsitzende Karl Vogt wird zum Generalvikar ernannt, stirbt aber kurz darauf.

1934 Vielerorts werden Caritassammlungen unterdrückt oder behindert. Die von der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gegründete NS-Volkswohlfahrt (NSV) versucht teilweise auch, Mitglieder caritativer Vereine auf sich selbst umzuschreiben.

1935 Das Sammlungsgesetz verbietet die jährlichen Herbstlebensmittelsammlungen. In der NS-Zeit werden zudem unzählige Kindergärten und -horte aufgehoben.

 
1945 Es gibt viele spontane caritative Hilfen für Rückwanderer, heimkehrende Soldaten, Kriegsversehrte und Flüchtlinge. Der Caritasverband betreut 30 aus dem Lazarett entlassene doppelamputierte Soldaten, die im Institut der Englischen Fräulein in Eichstätt untergebracht sind. Es entstehen viele Nähstuben als Hilfe zur Selbsthilfe, außerdem 30 neue Kindergärten.

1946 Kirchliche Einrichtungen werden von der Caritas als Flüchtlingsheime eingerichtet, außerdem wird eine Caritas-Tauschzentrale für Gebrauchsgegenstände eröffnet.

1948 Die mittlerweile 188 Caritasausschüsse in Pfarreien sind in der Not der Nachkriegszeit sehr wichtig.
In Ingolstadt wird die Bahnhofsmission eröffnet.

Weißes Haus und Grotte mit Gekreuzigtem im Vordergrund 
Das 1950 in Denkendorf eröffnete Müttergenesungsheim des Caritasverbandes

1950 In Denkendorf eröffnet der Caritasverband ein Müttergenesungsheim.

1952 In Ingolstadt wird der Ortsverein "Sozialdienst katholischer Frauen e.V." gegründet.

1962 In Ingolstadt, Neumarkt und Schwabach werden die ersten Caritas-Kreisstellen als Anlaufstellen für verschiedenste Notlagen errichtet.

1963 Der Malteser Hilfsdienst wird im Bistum gegründet.

1964 Gemeinsam mit der Diakonie eröffnet die Caritas in Ingolstadt eine Erziehungsberatungsstelle.
Das Eingliederungsheim Ingolstadt (heute Caritas-Wohnheime und Werkstätten) wird als erster eigener Bau des Caritasverbandes errichtet. Es dient als "Ledigenwohnheim für heimatlose Ausländer", die seit der Kriegszeit noch im Lager Ingolstadt untergebracht waren. Genauere Informationen dazu enthält der Bericht "Ex-Zwangsarbeiter fühlten sich an Weihnachten wie in einer Familie" (siehe nachfolgenden Download). 

Ex-Zwangsarbeiter fühlten sich an Weihnachten wie in einer Familie  


1965 In Ingolstadt wird das erste Caritas-Altenheim der Diözese eingeweiht.

1967 In Nürnberg-Langwasser nimmt die neue Caritas-Kreisstelle "Nürnberg-Süd" ihre Arbeit auf.

Straße, frühere Autos und im Hintergrund Hochhaus
Im Ingolstädter Piusviertel wird 1965 das erste
Caritas-Wohnheim in der Diözese eröffnet. 

1968 In Greding entsteht das neue Caritas-Altenheim St. Magdalena.

1970 In Eichstätt wird das neue Caritas-Altenheim St. Elisabeth gegründet.

1971 In Weißenburg wird das neue Caritas-Altenheim St. Walburg fertiggestellt.

1972 In Berching wird das Caritas-Altenheim St. Franziskus gebaut.

1973 In Ingolstadt wird eine "Beratungsstelle für Jugoslawen" eröffnet.
Die Caritas-Sozialstation Ingolstadt-Nord nimmt als eine der ersten Sozialstationen in Bayern ihren Dienst auf.

1974 Das größte Caritas-Altenheim des Verbandes, St. Josef in Nürnberg-Langwasser, öffnet.
Das Caritas-Altenheim Bruder Balthasar Werner in Dietfurt wird neu erbaut.
Das Kinderzentrum St. Vinzenz findet in einem Neubau in der Ingolstädter Frühlingstraße seine endgültige Bleibe.
In Hilpoltstein wird eine Caritas-Kreisstelle errichtet.
In Neumarkt nimmt eine Erziehungsberatungsstelle ihre Arbeit auf.

1975 Die Caritas-Erziehungsberatungsstelle Nürnberg-Langwasser wird eröffnet.

1976 Das Kinderdorf Marienstein auf dem Blumenberg bei Eichstätt bekommt den kirchlichen Segen.
Die Caritas-Kreisstelle Weißenburg nimmt ihre Arbeit auf.

1981 Das Haus "St. Stilla" für Mutter-Kind-Kuren in Marienstein/Eichstätt ersetzt das bisherige Müttergenesungsheim in Denkendorf.

1983 In Neumarkt wird das neue Caritas-Altenheim St. Johannes eingeweiht, in Stein das Caritas-Altenheim St. Albertus Magnus. Außerdem entsteht die Kreisstelle Herrieden.

1985 Die Caritas-Kreisstelle Eichstätt wird gegründet.

1986 Im früheren Müttergenesungsheim Denkendorf übernimmt die Caritas-Kreisstelle Eichstätt die soziale Betreuung von Asylbewerbern.
Der bisher längstgediente Caritasdirektor im Bistum Domkapitular Jakob Weidendorfer tritt in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Domkapitular Johannes Schmidt.

1987 Das Altenheim Caritas-Pirckheimer in Nürnberg-Altenfurt wird eingeweiht

1988 Die Erziehungsberatungsstelle Ingolstadt eröffnet in Eichstätt eine Nebenstelle.

1989 Die Vertreterversammlung verabschiedet eine neue Satzung mit demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten der Caritas-Mitglieder.
In Wemding wird eine Außenstelle der Kreisstelle Weißenburg eingerichtet.
Der Kreuzbund gründet in Ingolstadt einen Diözesanverein.

Viele Pilger, teils in Rollstühlen, unterwegs
Die erste Pilgerfahrt der Caritas im Bistum Eichstätt
1990 nach Lourdes 

1990 Der Caritasverband übernimmt das Altenheim Heilsbronn, bisher in Trägerschaft des Klosters Abenberg.
Erstmals begibt sich die Caritas auf eine achttägige Pilgerfahrt nach Lourdes.  

Ereignisse zwischen 1991 und 2009 

1991 Der Caritasverband übernimmt das Altenheim St. Josef in Denkendorf, das bisher in Trägerschaft der Katholischen Kirchenstiftung war.

1992 Das Altenheim St. Anna Deining geht vom örtlichen St. Josefsverein an den Caritasverband über.
Das ehemalige Internat St. Alfons der Redemptoristen in Ingolstadt wird zu einem Caritas-Wohnheim für Personen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten umgebaut.

1993 In Roth eröffnet eine neue Caritas-Kreisstelle, Hilpoltstein wird zur Außenstelle.
In Altdorf entsteht eine Nebenstelle der Kreisstelle Nürnberg-Süd.
Das Caritas-Altenheim in Ingolstadt erhält nach Sanierung und Erweiterung den Namen "St. Pius".

1995 In den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten Ingolstadt werden eine neue Großküche und ein Betriebsrestaurant eröffnet.
Das 1948 von der Pfarrei Gerolfing gegründete Altenheim St. Josef geht in Trägerschaft des Caritasverbandes über.

1997 Das neue Altenheim St. Josef in Freystadt ersetzt das bisherige Caritas-Altenheim in Möning. Es wurde von der Stadt errichtet und wird vom Caritasverband geführt.

1998 Am 20. April stirbt Domkapitular i.R. Jakob Weidendorfer. Er war von 1961 bis 1986 Caritasdirektor im Bistum Eichstätt. Das war mit 25 Dienstjahren so lange wie bisher kein anderer Direktor.
Das Caritas-Altenheim St. Josef in Ingolstadt Gerolfing feiert sein 50-jähriges Jubiläum.
Die neuen Wohngruppen im Haus St. Anna des Caritas-Zentrums St. Vinzenz für erwachsene Menschen mit Behinderung werden eröffnet.

2000 Der Gebrauchtwarenmarkt der Caritas in Ingolstadt wird nach Gaimersheim verlegt. Im dortigen vergrößerten "Caritas-Markt" werden neue Arbeitsplätze für langzeitarbeitslose Menschen geschaffen.

Alte und neue Caritasdirektoren und -vorsitzende 2001
Umfassender Wechsel an der Spitze des Caritas-
verbandes im Jahr 2001: Caritasdirektor Johannes
Schmidt (links) übergibt sein Amt an Willibald
Harrer (Zweiter von links). Domkapitular Manfred
Winter (rechts) löst Domkapitular i.R. Ernst
Rupprecht als 1. Vorsitzender ab.

2001 Caritasdirektor Johannes Schmidt (70) übergibt nach 15 Jahren sein Amt zum 1. September an Domkapitular Willibald Harrer (50). Zum selben Zeitpunkt löst Domkapitular Manfred Winter Domkapitular i.R. Ernst Rupprecht als 1. Vorsitzenden ab.
Schwester Ehrengardis Schubert (63) in Berching gibt als letzte Ordensfrau im Bistum die Leitung eines Caritas-Altenheimes ab.
Das Caritas-Zentrum St. Vinzenz in Ingolstadt beginnt eine umfassende Sanierung und Erweiterung seines Schul- und Tagesstättengebäudes.

2002 Die Caritas-Altenheime St. Josef in Gerolfing und St. Elisabeth in Gaimersheim werden beim Psychiatrietag des Landes-Caritasverbandes ausgezeichnet: Für ihr integratives Konzept zur Betreuung demenzkranker Bewohner erhalten sie den zweiten Preis.
Der Sozialdienst katholischer Frauen Ingolstadt begeht sein 50-jähriges Jubiläum.

2003 Der Caritasverband geht mit einem umfassenden Internetauftritt über Caritasarbeit im Bistum Eichstätt online.
Das Caritas-Kurhaus St. Stilla in Eichstätt-Marienstein wird aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen.

2004 In den Caritas-Altenheimen St. Elisabeth in Eichstätt und St. Josef in Nürnberg-Langwasser werden große Umbauten und Sanierungen abgeschlossen: für jeweils rund 7,5 Millionen Euro.
Ende Dezember startet der Caritasverband gemeinsam mit dem Donaukurier eine Spendenaktion für die Opfer des Seebebens in Südostasien, bei der insgesamt rund 1,7 Millionen Euro zusammenkommen.

2005 Das Caritas-Altenheim St. Nikolaus in Spalt lässt als erste Caritaseinrichtung im Bistum Eichstätt sein Umweltmanagementsystem von einer Umweltgutachterorganisation erfolgreich prüfen. Die Industrie- und Handelskammer bescheinigt dem Haus, dass es nach dem EU-weit anerkannten System EMAS arbeitet.
Die Frühförderstelle des Caritas-Zentrums St. Vinzenz zieht in ein eigenes Haus: Auf drei Ebenen mit jeweils 70 Quadratmetern finden sich ein Ergotherapie-, ein Logopädie- und ein Spieltherapieraum sowie zwei Krankengymnastik- und verschiedene Büroräume.

2006 Der Caritasverband lässt auf den Dächern mehrerer Einrichtungen Photovoltaik-Module installieren, um Sonnenenergie ins Stromnetz einzuspeisen. Dies dient einem doppelten Zweck: den Umweltschutz zu fördern und sich gleichzeitig weitere Einnahmen für die soziale Arbeit zu erschließen.  

2007 Die Caritasstiftung Eichstätt wird gegründet. Ziel ist, dass der Caritasverband für die Diözese Eichstätt caritative Hilfen unabhängig von Schwankungen bei Spendeneingängen sowie anderen finanziellen Zuschüssen leisten kann.
Das Caritas-Zentrum St. Vinzenz schließt einen sechs Jahre langen Umbau ab. Dank diesem haben behinderte Kinder in Zukunft bessere therapeutische Angebote und Bewegungsmöglichkeiten im Alltag.

2008 Caritasvorsitzender Domkapitular Manfred Winter stirbt völlig überraschend im Alter von 60 Jahren am 2. Februar.
Der stellvertretende Caritasdirektor Franz Hutter wird nach knapp 34 Jahren Dienst im Caritasverband verabschiedet. Seine Nachfolge tritt Dr. Thomas Echtler an.

2009 Caritasdirektor Domkapitular Willibald Harrer wird aus seinem Amt verabschiedet, um sich auf seine künftige Aufgabe als Finanzdirektor der Diözese Eichstätt vorzubereiten. Sein Nachfolger als Caritasdirektor wird Monsignore Domkapitular Rainer Brummer. Er war zuvor Leiter der Hauptabteilung Seelsorge/Weiterbildung der Diözese.
In Eichstätt findet die Delegiertenversammlung des Deutschen Caritasverbandes statt. Bei dieser wird der bisherige Präsident Dr. Peter Neher erneut gewählt.  

2012 Caritasdirektor Monsignore Domkapitular Rainer Brummer geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger als Caritasdirektor wird der bisherige Dompfarrer Domkapitular Franz Mattes.

2014 Die Vertreterversammlung des Caritasverbandes beschließt eine neue Satzung. Diese wird vom Bischof genehmigt und im Vereinsregister eingetragen. Es gibt jetzt einen zweiköpfigen hauptamtlichen Vorstand. Diesen bilden Caritasdirektor Franz Mattes und sein Stellvertreter, Dr. Thomas Echtler. Ziel ist, dass durch den neuen Vorstand Entscheidungen zügiger getroffen werden können als bisher. Die ehrenamtlichen Mitglieder des bisherigen Vorstandes werden mit Dank verabschiedet.