Dienste und Hilfen  

Gesetzliche Betreuung - nötige Hilfe statt Entmündigung

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Einführung  
Grundprinzip: Eingriffe nur zulässig, wo erforderlich
Betreuungen an Caritas-Kreisstellen
Gesetzlicher Betreuer im Ehrenamt  
Informationen für die persönliche Vorsorge


Betreuerin sitzt mit älterer Frau am Tisch
Betreuerinnen und Betreuer der Caritas suchen ein
persönliches, vertrauliches Verhältnis zu den
Ihnen anvertrauten Menschen.
Foto: Caritas-Kreisstelle Herrieden

Bereits seit mehreren Jahren darf in Deutschland kein Mensch mehr entmündigt werden: Das veraltete Vormundschaftsrecht ist abgeschafft. Doch so groß dieser "soziale Meilenstein" ist: Das Problem, dass viele Menschen ihre persönlichen Angelegenheiten teilweise oder ganz nicht besorgen können, ist geblieben. Gründe dafür können eine psychische Krankheit, eine körperliche, geistige oder seelische Behinderung sein. Denn immer mehr junge Menschen haben psychische Probleme oder sind suchtkrank. Ältere Menschen leiden zunehmend an Altersverwirrtheit. Und immer mehr Menschen können bei alledem nicht mehr auf die Hilfe von Angehörigen zählen. Gleich welchen Alters. Daher gibt es seit 1992 die "gesetzliche Betreuung".

Grundprinzip: Eingriffe nur zulässig, wo erforderlich


Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, ein eigenständiges Leben zu führen, erhalten vom Betreuungsgericht eine Betreuerin oder einen Betreuer. Diese können Berufsbetreuer, Ehrenamtliche oder Vereinsbetreuer sein: letztere zum Beispiel vom Caritasverband Eichstätt e.V. beauftragte Personen. Für alle gilt im Sinne des Betroffenen: Eingriffe in Rechte der Betroffenen sind nur so weit und so lange zulässig, wie dies erforderlich ist. Und außerdem werden dem Betreuer nur Aufgaben zugewiesen, für die der Betreute Unterstützung braucht: Das kann die

  • Verwaltung seines Vermögens,
  • Regelung seiner Wohnungsangelegenheiten oder
  • Sorge für seine Gesundheit sein.

Eventuell können es aber auch alle drei Bereiche zusammen sein. In jedem Fall ist das persönliche, vertrauliche Verhältnis von Betreutem und Betreuer sehr wichtig.

Betreuungen an Caritas-Kreisstellen


Bei den Caritas-Kreisstellen in

Herrieden
Ingolstadt
Neumarkt
Nürnberg-Süd
Roth
Weißenburg


ist die Führung von Betreuungen ein Arbeitsschwerpunkt. Besonders hilfreich ist: Die in der Betreuung tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in die vielfältigen sozialen Dienste des gesamten Verbandes eingebunden. Und sie qualifizieren sich ständig weiter.

 

Fotostory Gesetzliche Betreuung Kreisstelle Weißenburg

  

 

 


Kurzbeschreibung:
In zahlreichen aneinandergereihten Fotos wird die Arbeit einer gesetzlichen Betreuerin dokumentiert: zum Beispiel Anträge für Betreute stellen, um deren Geldanlagen kümmern und ehrenamtliche Betreuer beraten.

 

Gesetzlicher Betreuer im Ehrenamt


Zwei Damen an Informationsstand über gesetzliche Betreuung
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas-
Kreisstellen beteiligen sich regelmäßig an
Betreuertagen für Information und Fortbildung.
Foto: Caritas-Kreisstelle Weißenburg

Der Caritasverband Eichstätt engagiert sich als anerkannter Betreuungsverein darüber hinaus für ehrenamtliche Betreuer: Er möchte auch in Zukunft für diesen immer wichtiger werdenden sozialen Bereich Freiwillige gewinnen. Diese führt er in ihre Arbeit ein, bildet sie fort und berät sie. Mitarbeiter der Caritas-Kreisstellen beteiligen sich dafür regelmäßig an "Betreuertagen", die in den Landkreisen stattfinden.

Könnte das Ehrenamt eines Betreuers oder einer Betreuerin auch für Sie in Betracht kommen? Keine Angst: Man braucht dafür keine besonderen Fachkenntnisse in Recht, Wirtschaft oder Medizin. Natürlich: Wer sich etwas mit Bankkonten oder Rentenfragen auskennt, dem fällt die Hilfe bei der Vermögenssorge vermutlich leichter. Doch Betreuer können sich auch alleine auf die Sorge um die Person konzentrieren: zum Beispiel seine Gesundheit. Und dabei ist insbesondere Lebenserfahrung und Einfühlungsvermögen gefragt. Sie werden nicht allein gelassen. Der Caritasverband Eichstätt und seine Kreisstellen helfen und beraten bei Fragen und Problemen.

Informationen und Handreichungen für die persönliche Vorsorge

 
Die Caritas-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren Sie auch gerne über wichtige Themen im Zusammenhang mit Betreuungen: zum Beispiel über

Vorsorgevollmacht:
Man sucht sich eine vertrauenswürdige Person, die im Fall eigener Handlungsunfähigkeit, die persönlichen Angelegenheiten regelt. Diese kommt in der Regel aus dem Verwandten- oder Freundeskreis. Sinn der Vorsorgevollmacht ist in aller Regel, für diesen Fall soweit als möglich die gerichtliche Anordnung einer Betreuung zu vermeiden. Doch sie kann auch durch eine Betreuungsverfügung ergänzt werden: zum Beispiel, wenn die ausgesuchte Person in einem Bereich keine Erfahrung hat, etwa im Umgang mit Vermögensangelegenheiten.

Betreuungsverfügung:
In der Betreuungsverfügung kann man für den Fall eigener Hilfsbedürftigkeit aufgrund geistiger Behinderung, psychischer Erkrankung oder Altersverwirrtheit seinen Betreuer festlegen. In der Verfügung wird außerdem bestimmt, wo der eigene Aufenthaltsort sein oder wie das Vermögen verwaltet werden soll. Auch sonstige Wünsche der Betreuten werden möglichst berücksichtigt. Der Betreuer wird im Auftrag des Amtsgerichts tätig und auch von diesem überwacht.

Behandlungswünsche und Patientenverfügung:
Titelseite Christliche PatientenvorsorgeMit der Patientenverfügung kann ein Mensch seinen Willen für den Fall zum Ausdruck bringen, dass er sich bei gesundheitlichen Problemen nicht mehr selbst äußern kann: beispielsweise in welchem Krankenhaus er dann behandelt werden möchte. Er kann auch im Sinne eines "menschenwürdigen Sterbens" verfügen, dass bei einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit keine lebensverlängernden Maßnahmen vorgenommen werden: zum Beispiel Wiederbelebungsmaßnahmen unterbleiben und keine künstliche Ernährung erfolgt.

Wir empfehlen als Informationsschrift die "Christliche Patientenvorsorge". Diese Handreichung haben die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland in Verbindung mit weiteren Mitglieds- und Gastkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland neu herausgegeben. Sie kann kostenfrei bestellt werden beim Caritasverband Eichstätt, Residenzplatz 14, 85072 Eichstätt, Tel. 08421 / 50901, Fax: 08421 / 50909, E-Mail: zentrale@caritas-eichstaett.de .

Informationen über die Betreuungsvereine der verbandlichen Caritas und Film über rechtliche Betreuung ...