Wohnen

Lieber Leser, liebe Leserin
Wohnen ist ein Menschenrecht. Es ist international im Artikel 11 des UN-Sozialpakts (Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte) verbrieft. Leider wird das Recht weltweit millionenfach verletzt, wenn man an die vielen Menschen denkt, die in Holz- und Wellblechhütten der Elendsviertel in Großstädten der südlichen Welthalbkugel oder auf der Straße leben. In Deutschland waren laut Hochrechnungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) im Jahr 2024 über 1 Million Menschen wohnungslos. Sie hatten zum Beispiel Unterkunft in Gemeinschaftsunterkünften, bei Verwandten und Freunden oder in Einrichtungen für Wohnungslose. Über 50.000 Menschen lebten der BAG W zufolge direkt auf der Straße, also in echter Obdachlosigkeit ohne jede Unterkunft.
Wohnen ist zunehmend ein gesellschaftliches Problem. Mieten steigen seit Jahren massiv an. Und um ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, können heute selbst Leute, die gut verdienen, oft nicht mehr genügend Vermögen aufbauen.
Doch es gibt auch Projekte, die Mut machen. Bei den Caritas-Wohnheimen und Werkstätten in Ingolstadt gibt es seit gut einem Jahr "Next Step", die Fachberatungsstelle der Wohnungslosenhilfe für junge Volljährige, bei denen besondere Lebensverhältnisse mit sozialen Schwierigkeiten verbunden sind. "Wir haben vielen jungen Menschen weitergeholfen, sie auf ihrem Weg begleitet, ihnen aus prekären Situationen herausgeholfen und ihnen neue Wege in eine bessere Zukunft aufgezeigt", zieht die zuständige Sozialpädagogin Sandra Felkner eine positive Bilanz. Zum Artikel ...
Vorbildhaft kann auch das "Wiener Modell" sein. In der österreichischen Hauptstadt profitieren mehr als 60 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner von vergleichsweise moderaten Mieten bei gleichzeitig langfristiger Wohnsicherheit. Darüber sowie über das Caritas-Projekt "Mobil betreutes Wohnen - Housing First" spricht die Leiterin dieses Projektes Kerstin Matej im Interview mit dem Caritas-Magazin Sozialcourage. "Wir unterstützen wohnungslose Menschen, die aus Angeboten der Wiener Wohnungshilfe in eine eigene Wohnung ziehen möchten, begleiten sie beim Übergang und unterstützen sie bei Krisen." Zum Artikel ...
In Leverkusen-Schlebusch wurde eine nicht mehr funktionstüchtige Kirche zu einer Wohneinrichtung für obdachlose Menschen umgebaut. Der ehemalige Kirchenbau von St. Thomas Morus ist ideal. Er bietet genau das, was diese Menschen benötigen, einen Schutzraum und Ruheort, von außen nicht einsehbar. "Unser Konzept ist kein Wohnen auf Zeit. Die Menschen, die hier eingezogen sind, sollen ein festes, eigenes Zuhause bekommen", erklärt Caritas-Einrichtungsleiter Laurent Treubl. Zum Artikel ...
Drei Projekte, die Mut machen. Und auch die Bundesregierung will dem negativen Trend entgegensteuern: Wie - das erzählt Bundesbauministerin Verena Hubertz im Interview.
Weitere Beiträge zum Thema "Wohnen" finden Sie im aktuellen Caritas-Magazin Sozialcourage.
Viele Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Peter Esser
Caritas-Pressereferent und Internetredakteur
(Foto: Karl Ferstl)