Caritasverband Rheine, 10.11.2008

Der Hund ist der beste Freund des Menschen

Therapiehund Marvin "arbeitet" im Caritas-Kinder- und Jugendheim

Rheine. cpr. Der Hund ist der beste Freund des Menschen, das weiß doch jedes Kind. Doch dass die hechelnden Vierbeiner Kinder auch therapeutisch begleiten können, wissen wohl nur die wenigsten. In der Regenbogengruppe der Übergangshilfe des Caritas Kinder- und Jugendheimes Rheine ist seit einem halben Jahr regelmäßig der einjährige Hund Marvel zu Gast, um mit den Kindern zu spielen, toben oder sie zu trösten. Im November beginnt Marvel seine Ausbildung zum Therapiebegleithund bei der Hundeschule Braun-Klabes um mit den Kindern gezielt therapeutisch arbeiten zu können.

„Nach der Ausbildung wollen wir mit Hilfe von Einzeltherapien gezielt und individuell mit dem Hund arbeiten“, erklärt die Betreuerin Lena Schulze-Lutum, Initiatorin des Hundeprojektes und Besitzerin von Marvel. Bislang sei der Hund für die Kinder lediglich Spielkamerad so Schulze-Lutum. Dennoch spricht Erziehungsleiterin Brigitte Erben schon jetzt von „Erfolgen“. Konfliktfreies Spielen in einer großen Gruppe und die Integration von eher misstrauischen Kindern sind positive Effekte, die Marvel bereits jetzt bewirkt. Das pädagogische Konzept hat das Ziel, dass Kinder in der Übergangshilfe mit Hilfe des Hundes wieder Vertrauen aufbauen können. „Die meisten der Kinder haben negative Erfahrungen mit Erwachsenen gemacht wie Misshandlung oder Missbrauch. Über den Therapiehund soll wieder eine Vertrauensebene geschaffen werden“, so Erben. „Zudem wollen wir durch ihn lustlose und eher depressive Kinder wieder neu motivieren“, ergänzt Schulze-Lutum.

Die Kinder der Regenbogengruppe jedenfalls sind begeistert von ihrem haarigen Spielkameraden. „Sie lieben es mit Marvel zu kuscheln, zu spielen oder sich trösten zu lassen. Er wird als Gruppenmitglied von ihnen wahrgenommen“, berichtet Schulze-Lutum von ihren Erfahrungen. Trotz der vielen positiven Effekte und Eigenschaften des Therapiehundes bleibt man im Kinderheim um eine realistische Sicht der Dinge bemüht. „Er wird sicher keine Wunderdinge vollbringen, sondern dient eher als ein Teil einer ganzen therapeutischen Kette“, weiß Erben. Ein Teil den ganz besonders die Kinder des Heims sich nur noch schwer wegdenken können.

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