Caritasverband Rheine, 19.11.2008

Wenn nichts mehr zu machen ist, ist noch viel zu tun

Fortbildung "Betreuung Sterbender" in der Altenwohnanlage Caritas-Marienstift

Rheine. cpr. „Wenn nichts mehr zu machen ist, ist noch viel zu tun“, unter diesem Motto fand jetzt eine dreitägige Fortbildung für Mitarbeiter des Caritas-Marienstiftes in Rheine, des Caritas-Elisabethstiftes in Wettringen und der Sozialstation der Caritas Rheine statt. Die Entwicklungen der letzten Jahre stellen verstärkt veränderte Anforderungen an die Mitarbeiter in den Altenwohnanlagen. Die Bewohner werden immer älter und dieses erfordert oftmals nicht nur mehr Pflege, sondern auch eine besondere Betreuung, die auf die Situation von alten und zunehmend auch verwirrten Menschen abgestimmt ist.

Die Pflegewissenschaftlerin Meike Schwermann führte die Teilnehmerinnen in die Grundlagen der Palliativen Pflege ein. Palliative Pflege beginnt dann, wenn die Lebenserwartung eines Menschen nur noch wenige Wochen oder Monate beträgt und alle Möglichkeiten einer „heilenden“ Behandlung ausgeschöpft sind. Wo es früher dann oft hieß „Hier ist nichts mehr zu machen“ setzt hier eine achtsame Behandlung und Pflege ein, in der es um die Linderung belastender Symptome, um Erleichtern und Umsorgen geht. Die Lebensqualität des schwerkranken Menschen und die Orientierung an seinen Bedürfnissen stehen im Mittelpunkt. Für Probleme, wie Atemnot, Schmerzen, Angst und Unruhe, die in der Sterbephase die Menschen und deren Angehörige oft sehr belasten, wurden vielfältige Möglichkeiten der Linderung vermittelt.

Die Sterbebegleitung für Menschen mit einer Demenzerkrankung war ein weiterer Schwerpunkt in der Fortbildung. Gerade hier gilt: Linderung wo immer es möglich ist. Manchmal geht es aber nur noch darum, einen Menschen beizustehen, mit ihm seine Ohnmacht auszuhalten und so Trost zu spenden auf dem Weg zwischen Leben und Tod. Besonders deutlich wurde, dass palliative Pflege menschliche Zuwendung, die Regelung letzter Dinge und die Erfüllung spiritueller Bedürfnisse mit einschließt. Denn es geht um ein würdiges Leben bis zuletzt.

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