Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 30.10.2015

"Ein Stück Glück"

Bahnhofsmission prämierte Sieger ihres Fotowettbewerbes / Ausstellung eröffnet

Die Sieger ihres Fotowettbewerbs mit dem Motto „Glück im Augenblick – was das Leben reicher macht“ hat die Bahnhofsmission Ingolstadt gestern Abend prämiert. Gewinner ist Heinz Fischer aus Donauwörth. Gleichzeitig eröffnete die Bahnhofsmission eine Ausstellung mit den besten 33 Bildern. Über 100 mit der Einrichtung verbundene Menschen aus den Bereichen Caritas, Diakonie, Stadt Ingolstadt und Kunst nahmen an der Vernissage in der Schalterhalle der Sparkasse Ingolstadt am Rathausplatz teil.

Vielfältige Motive

„Das ist eine ganz besondere Auszeichnung für mich, denn ich schätze solche Einrichtungen wie die Bahnhofsmission“, freute sich der 67-jährige Sieger Heinz Fischer. „Mir macht es einfach Spaß, fotografisch zu experimentieren und Details in der Natur festzuhalten“, erklärte er. Sein Gewinnerbild „Mit der Natur eins“ zeigt zwei Menschen in einem kleinen Boot auf einem See, dahinter Bäume in verschiedenen Farben, die sich im Gewässer spiegeln. Den zweiten Platz belegte Florian Seufzer aus Hamburg mit einem Bild „Freiluft-Spa“ und den dritten Matilda Döring aus Wuppertal mit „Freudensprünge“. 148 Bilder von 81 Fotografen waren für den Fotowettbewerb mit unterschiedlichsten Darstellungen eingesandt worden: neben Naturaufnahmen auch viele Urlaubs- und Familienbilder. 33 davon wählte eine fünfköpfige Jury für die Ausstellung aus.

Der stellvertretende Direktor der Sparkasse Ingolstadt, Michael Gaßner, sagte, seine Bank habe ihre Räumlichkeiten gerne für diesen Fotowettbewerb zur Verfügung gestellt. Die Motive zeichneten sich vor allem dadurch aus, dass sie Erlebnisse und nicht Besitzstände zeigten, so Gaßner. Gabriel Engert, Referent für Kultur, Schule und Jugend der Stadt Ingolstadt, betonte, der Bahnhofsmission gehe es darum, „Menschen in Schwierigkeiten ein Stück Glück zu ermöglichen“. So stellte er eine Verbindung zwischen der Aufgabe der von Caritas und Diakonie gemeinsam getragenen Einrichtung und dem Motto des Fotowettbewerbs her.

„Kirche am Bahnhof“

Bernhard Gruber, Sozialarbeiter bei der Caritas-Kreisstelle Ingolstadt, ließ in seiner Ansprache die Geschichte der Bahnhofsmission Ingolstadt Revue passieren. Diese begann 1948. Damals ließ der Caritasverband für die Diözese Eichstätt eine Baracke gegenüber der Anton-Kirche aufstellen, um Menschen in der Not der Nachkriegszeit Essen und Schlafräume zur Verfügung zu stellen. Seit 1958 befindet sich die Bahnhofsmission in einem Raum des Hauptbahnhofes am Bahnsteig 1. Dort war sie laut Gruber zunächst vor allem vielen Gastarbeitern eine verlässliche Anlaufstelle. Im Laufe der Jahrzehnte suchten aber auch Obdachlose und Menschen mit sozialen, finanziellen und psychischen Problemen aus der Umgebung die Einrichtung auf. In den späten Achtzigern wandten sich Spätaussiedler und Aussteiger aus „Drückerkolonnen“ in ihrer Not an die Mitarbeitenden. Heute bietet sie vielerlei Hilfen: von Unterstützungen für den Reiseverkehr bis zu intensiven Gesprächen und Weitervermittlungen an soziale Fachdienste. „Wir verstehen uns als Kirche am Bahnhof“, brachte Gruber das Selbstverständnis auf den Punkt.  Er dankte der Stadt Ingolstadt dafür, dass sie zum Großteil die Stelle der hauptamtlichen Mitarbeiterin Heike Bergmann finanziere.

Hedwig Gappa-Langer, Referentin für die Bahnhofsmission Bayern, stellte die Bahnhofsmission insgesamt als „Seismograph für die ganze Gesellschaft dar“. Bereits in letzter Zeit hätten auch verstärkt aus anderen Ländern zugewanderte Menschen Hilfen bei den Einrichtungen gesucht. Sie geht davon aus, „dass in Zukunft vermehrt Flüchtlinge die Bahnhofsmission aufsuchen“.

Heike Bergmann dankte den mittlerweile 14 ehrenamtlichen Frauen und Männern in der Bahnhofsmission Ingolstadt für ihr Engagement, aber auch allen, die zum Gelingen des Fotowettbewerbes beigetragen haben. Diesen hatte sie federführend seit Januar 2014 organisiert.

Kalender 2016 mit zwölf Fotos

Zwölf Fotos der Ausstellung sind ab sofort auch in einem Jahreskalender 2016 erhältlich. Diesen Kalender gibt es in der Caritas-Kreisstelle Ingolstadt in der Jesuitenstraße 1, bei der Diakonie Ingolstadt am Schrannenplatz 5, in der Buchhandlung Hugendubel in der Theresienstraße 4/Fußgängerzone, in der Paulus-Buchhandlung an der Nordseite des Münsters, in der Pfarrei St. Anton in der Münchner Straße 40 und in der Bahnhofsmission Ingolstadt. Der Kalender kostet 8 Euro. Von jedem verkauften Exemplar erhält die Bahnhofsmission fünf Euro für ihre Arbeit. Auch die ausgestellten Bilder selbst können käuflich erworben werden. Jedes im Alu Dibond gedruckte Werk kostet 50 Euro. Interessenten wenden sich an Heike Bergmann: heike.bergmann@caritas-ingolstadt.de  

 

Die hauptamtliche Mitarbeiterin der Ingolstädter Bahnhofsmission, Heike Bergmann, gratulierte Heinz Fischer zum Gewinn des Fotowettbewerbes mit seinem Bild „Mit der Natur eins“. Der Sieger und seine Frau Ursula Fischer freuten sich über die Auszeichnung. Foto: Caritas/Esser

 

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