Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 23.03.2016

Fast 10.000 Hilfeleistungen der Bahnhofsmission

Die Einrichtung von Caritas und Diakonie unterstützte 2015 weit über 6.000 Menschen

Knapp 6.150 Menschen hat die Ingolstädter Bahnhofsmission Ingolstadt im letzten Jahr geholfen, fast 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei wurden mehr als 9.900 Hilfen geleistet, was sogar eine Steigerung um über 20 Prozent bedeutet. Nach dem Jahresbericht 2015 dieser ökumenischen Einrichtung – die gemeinsam von der Caritas-Kreisstelle und dem Diakonischen Werk Ingolstadt getragen wird – hatten fast 30 Prozent der Klienten einen Migrationshintergrund . Unterstützt wurden die Menschen vor allem durch Reisehilfen, aber auch mit Brotzeiten, Getränken und Kleidung sowie durch Gespräche und Vermittlungen zu sozialen Fachstellen. Der Stamm der Ehrenamtlichen hat sich laut dem Bericht weiter vergrößert. Das Stundenkontingent der hauptamtlichen Fachkraft müsse weiter ausgebaut werden, um den gewachsenen Herausforderungen gerecht zu werden, heißt es.

Seismograf für gesellschaftliche Entwicklungen

Dem Jahresbericht zufolge benötigten 2015 fast genauso viele Männer wie Frauen die Hilfe der Einrichtung. Fast 40 Prozent der Betroffenen seien unter 27 Jahre alt gewesen, 35 Prozent zwischen 27 und 64 und über ein Viertel über 65 Jahre. „Es suchen uns auch wohnungslose Menschen auf, die in der Regel öfter kommen, weil sie sich hier willkommen fühlen. Wir beobachten auch, dass vereinsamte und psychisch auffällige Personen sich gern am Bahnhof aufhalten“, schreiben die Verantwortlichen der Caritas und Diakonie. Als weiteren Trend halten sie fest: „Gerade durch die Reisefreiheit in der EU ‚stranden‘ vor allem immer mehr Menschen aus Rumänien und Bulgarien am Bahnhof. Aber auch Flüchtlinge suchen uns verstärkt auf.“ Insofern sei die Bahnhofsmission immer auch ein Seismograf für gesellschaftliche Entwicklungen und „Sozialstation am Bahnhof“.

Reisehilfen beschränken sich laut dem Bericht nicht nur auf Unterstützung beim Ein- und Aussteigen am Zug, sondern die Engagierten der Bahnhofsmission begleiteten Menschen auch zum Bus. Mittlerweile gebe es 17 Ehrenamtliche. Unter diesen seien drei Ingolstädter Studenten neu, die Erfahrungen im sozialen Bereich sammeln wollten. Neben einem Ersthelferkurs hätten sich freiwillig Engagierte im vergangenen Jahr auch für mobile Reisehilfen fortgebildet. Hierbei begleiten Helferinnen und Helfer ältere Reisende oder solche mit Behinderung im Nahverkehr.

Weitere Ehrenamtliche gesucht

In diesen Bereich will die Ingolstädter Bahnhofsmission ihrer hauptamtlichen Mitarbeiterin Heike Bergmann zufolge vielleicht in Kürze einsteigen. Benötigt für ein solches Engagement sowie weitere Aufgaben würden allerdings weitere Ehrenamtliche. Interessierte an einer ehrenamtlichen Mitarbeit bei der Bahnhofsmission können Heike Bergmann telefonisch unter 08 41 / 7 23 40 und per Mail an heike.bergmann@caritas-ingolstadt.de erreichen oder dienstags und donnerstags von 9.00 bis 11.30 Uhr direkt bei der Ingolstädter Bahnhofsmission am Bahnsteig 1 (Bahnhofstraße 8).

Dankbar zeigen sich Heike Bergmann und der von der Caritas-Kreisstelle Ingolstadt für die Bahnhofsmission verantwortliche Sozialarbeiter Bernhard Gruber, dass die Stadt Ingolstadt die Stelle der hauptamtlichen Mitarbeiterin mit   7.500 Euro jährlich unterstütze. Angesichts der Zunahme an Klienten sowie Hilfen und einer notwenigen verstärkten Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen reichten allerdings die derzeit knapp sieben Wochenstunden nicht mehr aus. Die Verantwortlichen wollen sich 2016 dafür einsetzen, das Stundenkontingent zu erhöhen. Mit ihrem niedrigschwelligen Angebot stellt die Bahnhofsmission nach ihren Worten „eine wichtige Stütze im sozialen System der Stadt Ingolstadt dar. Durch unsere aufsuchende Arbeit und unsere leichte Erreichbarkeit wenden sich Menschen an uns, die andere Beratungsstellen nicht oder nicht mehr aufsuchen.“ Die Verantwortlichen wünschen sich daher, dass die Bahnhofsmission in Zukunft auch am Wochenende präsent ist, heißt es im Jahresbericht.

 

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