Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 04.07.2017

Von Entwurzelung und Heimat

Kunstausstellung der Eichstätter Klinik im Caritas-Seniorenheim St. Elisabeth

Die Kunstausstellung „Heimat – wo bist du?“ der Pflegestation 7 der Klinik Eichstätt ist noch bis zum 31. Juli 2017 im Caritas-Seniorenheim St.  Elisabeth Eichstätt zu sehen. Die von der Eichstätter Künstlerin Walburga Reichert realisierte Ausstellung zeigt an mehreren Tafeln die Lebensschicksale pflegebedürftiger Menschen auf, die ihre Biographie im Hinblick auf den Begriff „Heimat“ überdacht haben.

An den Tafeln sind die Lebensläufe schlagwortartig dargestellt. Ausdrücke schwieriger Erfahrungen wie „amerikanische Gefangenschaft“, „Fußmarsch nach Hause“ oder auch „leider keine Kinder“ finden sich dort ebenso wie positive Erinnerungen wie „Freude an Gartenarbeit“ oder „oft zur Frauenbergkapelle gegangen – auf die Mutter Gottes vertraut“. Der Eintritt in die Pflegestation fiel manchem schwer: „Herausgerissen fühlte ich mich zu Anfangs. Meine Haustür blieb zurück und ist verschlossen“, erfuhr die Künstlerin zum Beispiel in Interviews zur Biographie der Menschen. Doch dann fanden viele eine neue Heimat auf der Pflegestation: Gleichgesinnte und neue Weggefährten sowie Schwestern und Pfleger, von denen sich die Betroffenen auf- und angenommen sowie in ihrer Biografie geschätzt fühlen.

Viele der befragten Menschen sind über 90 Jahre alt. In den Blitzlichtern über ihr Leben, die sie in der Ausstellung zur Verfügung stellen, kommen sowohl Empfindungen über Entwurzelung wie über Heimat zum Ausdruck. Symbolisch dafür stehen vor den Tafeln ein entwurzelter Stock sowie eine geöffnete Tür. Alle Interessierten sind eingeladen, sich die Ausstellung im Caritas-Seniorenheim in der Gundekarstraße 1 täglich zwischen 9.00 und 18.00 Uhr anzuschauen.

 

 

Mehrere Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende des Caritas-Seniorenheimes Eichstätt haben sich die Ausstellung „Heimat – wo bist du?“ in der Einrichtung bereits angeschaut. Alle Interessierten können dies noch bis Ende Juli tun. Foto: Caritas/Esser

 

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