Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 20.07.2010

Mit "Insektenhotel" die Schöpfung verdeutlichen

Caritasstiftung fördert Naturprojekt im Kinderhaus Marienheim

„Summ, summ, summ, Bienchen summ herum“ sangen die Kinder im Kinderhaus Marienheim in Ingolstadt, während sie interessiert ein  „Insektenhotel“ betrachteten.  Dieses ist ein Element, das die Caritasstiftung Eichstätt für das Projekt „Der Natur auf der Spur“ in der Einrichtung fördert. Demnächst soll es im Hof des Kinderhauses auch noch einen Barfußpfad, eine Kräuterspirale und Gemüsebeete sowie einen „Blick ins Innere der Erde“ geben. Für alle Elemente zusammen hat die Caritasstiftung  4.000 Euro zur Verfügung gestellt. Dafür übergab der Geschäftsführer der Caritasstiftung, Dr. Thomas Echtler, heute (20.7.) im Beisein zahlreicher Kinderkrippenkinder Leiterin Stefanie Lau einen symbolischen Scheck. „Der Hof soll zu einem naturnahen Lern- und Erfahrungsraum werden“, beschrieb diese das Ziel und dankte für die Unterstützung.
 
Mit dem Insektenhotel, das als erstes Element zu sehen ist, sollen Kinder für die Schöpfung und vor allem die kleinen Nützlinge der Natur sensibilisiert werden. „Sie können Insekten – zum Beispiel Marienkäfer und Schlupfwespen – aus der Nähe beobachten, können Ängste abbauen und entwickeln ein Verständnis für ökologische Zusammenhänge“, so die Leiterin. Das Insektenhotel ist eine Art Regal, das die Kinder selbst mit den Naturmaterialien füllten, welche die Insekten zum Leben brauchen: zum Beispiel kleinen Baumstämmen mit Löchern, Heu und Schilf. „Da es gerade in städtischen Gegenden immer weniger Insekten gibt, fördert dieses Projekt nicht nur das Lernen über Natur, sondern auch diese selbst“, erklärte die Leiterin den doppelten Sinn.
 
Der Hofbereich soll umgestaltet werden
 
Das Kinderhaus Marienheim mit 178 Kindern ist die älteste und größte Kindertageseinrichtung in Ingolstadt und zugleich die größte Kindertageseinrichtung der Diözese Eichstätt. Die Verantwortlichen möchten frühzeitig einem Verlust des Naturerlebnisses bei Kindern – und damit auch möglichen seelischen Verarmungen – entgegentreten. Daher haben sie einen Wald- und Feldtag (WUF) ins Leben gerufen: Einmal wöchentlich verbringen die Kindergartenkinder des Marienheims den Vormittag in der Natur. Um ausnahmslos allen Kindern des Hauses die so wichtigen Naturerlebnisse und –erfahrungen zu ermöglichen, wird das Kinderhaus in Zusammenarbeit mit der benachbarten Berufsfachschule Marienheim den Hofbereich umgestalten und sanieren. Dies dient nicht nur pädagogischen Zielen, sondern dadurch soll auch der Standort Stadtmitte belebt werden. Für diese Umgestaltung des Hofes wurde ein Konzept entwickelt, das die Anforderungen an eine natürliche Lern- und Erlebnisweit innerhalb der Stadtmauern bestmöglich umsetzt.

Vieles geschah und geschieht in Eigenleistung. Dafür arbeitet die Einrichtung nicht nur mit der Berufsfachschule und deren Schülern, sondern auch mit freiwilligen Helfern und den Eltern der Kindergartenkinder eng zusammen. Viele möchten im Hof selbst mit Hand anlegen, indem sie zum Beispiel Kies auftragen. Durch die ehrenamtliche Arbeit können laut Stefanie Lau die Gesamtkosten für das Projekt auf rund 10.000 Euro reduziert werden. Von diesen übernehme die Wohltätigkeitsstiftung Marienheim als Träger der Einrichtung etwa 6.000 Euro. Davon werde zum Beispiel das Aufbringen eines Spezialsandes durch eine Firma finanziert. Auf diesem könne zum einen ohne großes Verletzungsrisiko Sport betrieben werden. Er sei zum anderen aber auch gut von Autos befahrbar. Die Wohltätigkeitsstiftung finanziere auch einige innovative Elemente: zum Beispiel eine Fühlwand. An dieser können Kinder Naturmaterialien kennen und begreifen lernen. Auch Eltern unterstützen laut der Kindergartenleiterin das Projekt durch Sachspenden.

 

 

4000 Euro erhielt das Kinderhaus Marienheim in Ingolstadt für sein Projekt "Der Natur auf der Spur" von der Caritasstiftung Eichstätt. Erste Attraktion für die Kinder ist ein Insektenhotel, das sie heute gemeinsam mit Kindergartenleitern Stefanie Lau und dem Geschäftsführer der Stiftung, Dr. Thomas Echtler, in Augenschein nahmen. Foto: Caritas/Esser

 

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