Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 13.11.2015

Therapiehundeprüfung bestanden

Lucky hilft alten Menschen im Seniorenheim Caritas Pirckheimer in Altenfurt

Der sechsjährige Schäferhundmischling Lucky liegt entspannt auf dem Rücken. Er lässt sich den Bauch kraulen. Die neun Seniorinnen, die teilweise im Rollstuhl sitzen, rutschen aufgeregt auf ihren Sitzen hin und her. Sie wissen: Heute hat ihr Lucky seine Therapiehundeprüfung. Lucky hat diese vor wenigen Tagen im Seniorenheim Caritas Pirckheimer in Nürnberg-Altenfurt erfolgreich abgelegt. Eine solche Prüfung hat erstmals im Caritasverband für die Diözese Eichstätt – zu dem die Einrichtung gehört – stattgefunden. Der Verband hatte die Kosten dafür übernommen.

Lena Westermann , die Therapie- und Blindenhunde ausbildet, sowie Anna Seitz, Pflegefachkraft im Seniorenheim Caritas Pirckheimer in Nürnberg-Altenfurt und „Frauchen“ des Hundes, haben Lucky  in mehr als zwei Jahren im Umfang von rund 300 Stunden für den heutigen Tag trainiert. Die Prüfung entspricht dem Ablauf der „Hundestunde“, die von Frau Seitz seit über einem Jahr wöchentlich in der Caritas-Einrichtung angeboten wird. Rund zehn Seniorinnen und Senioren aller Pflegestufen nehmen regelmäßig daran teil. Voraussetzung ist lediglich, dass die alten Menschen keine Angst vor Hunden haben. Am besten ist es, wenn man aus ihrer Biografie ein Interesse für Haustiere herauslesen kann.

„Leckerchen“ als Belohnung

Zum Einstieg begrüßt Lucky „seine“ Bewohner, indem er von einem zum anderen geht und „Pfote“ gibt. Daraufhin gibt es ein „Leckerchen“ als Belohnung. Dann folgt eine Gesprächsrunde der Beteiligten, während der Lucky länger „Platz“ machen muss. Das Thema heute: Hunde vor 70 Jahren. Alle Bewohnerinnen und Bewohner erzählen ausgiebig über ihre Erinnerungen. Der Hund bleibt geduldig. Anna Seitz zufolge fließen schon einmal Tränen, wenn jemand über den Verlust eines geliebten Tieres oder das Zurücklassen während der Flucht nach dem Krieg erzählt. Lucky tröstet dann, indem er „Kopf“ machen darf, also seinen Kopf vorsichtig auf ein Bein des Bewohners legt.

Anschließend ertasten die alten Menschen in einer Kiste einen Gegenstand zum Spielen und benennen diesen: zum Beispiel eine Puppe oder ein Bilderbuch. Dann werfen sie den Gegenstand, soweit wie ihnen möglich, quer durch den Raum. Lucky legt ihn auf Zuruf in einem Korb ab und bringt den Korb auf einen weiteren Zuruf der Person, die ihn geworfen hat. Sie muss den Korb sicher in den Händen halten. Dann gibt es für den Hund wieder ein „Leckerchen“.

Mensch und Tier gefordert

Es folgen weitere Prüfungsaufgaben für den Hund, bei denen er um die alten Menschen herum läuft, Dinge bringt, Pfötchen gibt. Und die  Seniorinnen und Senioren bewegen sich : Drehen, Strecken, Werfen, Greifen … Die Übung moderiert Pflegefachkraft Anna Seitz, immer angepasst an die Fähigkeiten von Mensch und Tier. Zur Erholung gibt es immer wieder Trink- und Unterhaltungspausen.

„Welche Note haben wir denn nun bekommen?“ fragt  eine Dame im Rollstuhl nach der Prüfung und nachdem Anna Seitz allen Beteiligten und ihrer Hundetrainerin gedankt hat. „Auf jeden Fall bestanden!“ erwidert ihr Lena Westermann.

 

Dieter Pringsheim

 

Lucky aus dem Seniorenheim Caritas Pirckheimer in Altenfurt ist der erste Therapiehund, der in einer Einrichtung des Caritasverbandes für die Diözese Eichstätt ausgebildet worden ist.
Foto: Karin Dörrfuß/Caritas

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