Diözesan-Caritasverband Eichstätt, 20.07.2020

Angehörige in Seniorenheimen irritiert

Caritas: Besucher haben oft falsche Vorstellungen von Lockerungen

Irritationen über die Besuchsregelung gibt es derzeit bei mehreren Angehörigen von Bewohnerinnen und Bewohnern von Caritas-Seniorenheimen im Bistum. Die Bayerische Staatsregierung hatte Ende Juni zunächst medienwirksam deutliche Lockerungen von Beschränkungen angekündigt, wenige Tage später aber erneut eine Fülle von gesetzlichen Vorgaben erlassen. Diese sind der Öffentlichkeit allerdings weitgehend unbekannt geblieben. „Das hat zu falschen Erwartungen und damit Enttäuschungen bei Angehörigen geführt. Deren Empörung müssen nun leider unsere oft ohnehin schon überlasteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Heimen ausbaden“, beklagt Hedwig Kenkel , Abteilungsleiterin für Pflege und Wohnen beim Diözesan-Caritasverband.

Nach einer Bekanntmachung der Regierung ist zwar das zuvorige Besuchsverbot aufgehoben worden, doch mussten die Einrichtungen Schutz- und Hygienekonzepte auf der Grundlage neuer Regelungen ausarbeiten. Diese sehen unter anderem vor, „dass Besuche vorzugsweise im Außenbereich von Pflegeeinrichtungen zu erfolgen haben. Ist das nicht möglich, so soll der Besuch nach Möglichkeit im Eingangsbereich des Heimes erfolgen. Nur wenn auch das nicht geht, darf der Angehörige den Heimbewohner in seinem Zimmer aufsuchen“, erklärt Martin Müller, Justiziar beim Caritasverband, und ergänzt: „Während des gesamten Aufenthaltes sind eine Maske zu tragen und der Mindestabstand einzuhalten.“ Zusätzlich hat der Regelung zufolge jeder Besucher mit der Einrichtung vorher einen Termin zu vereinbaren und sich beim Betreten des Hauses registrieren zu lassen. Die Mitarbeitenden sind verpflichtet, ihn über Hygiene- und Schutzmaßnahmen verständlich aufzuklären.

Hedwig Kenkel hofft, dass die neue Rechtslage baldmöglichst von allen erkannt und akzeptiert wird: „Ein möglichst hoher Infektionsschutz für die Hochrisikogruppe der Heimbewohner und gleichzeitig ein offener Umgang mit ihnen ist eine Gratwanderung. Sie kann nur mit gegenseitigem Verständnis, Umsicht und Geduld gelingen.“

 

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