Auch Pflegedokumentation am Computer macht Pflegefachhelferin Annette Schmidt (rechts) Spaß. Hier wird sie von Praxisanleiterin Silvana Hock begleitet. Foto: Peter Esser / Caritas
Ein Einstieg in den Pflegeberuf ist auch noch im fortgeschrittenen Alter möglich. Das zeigt die 56-jährige Annette Schmidt im Caritas-Seniorenheim St. Stilla in Heilsbronn. Sie war lange Zeit angestellte Werbefotografin. Vor elf Jahren schloss der Betrieb, für den sie tätig war. Eine Bekannte, die in dem Heilsbronner Seniorenheim ein Praktikum absolviert hatte, empfahl ihr, dies doch auch einmal zu tun. "Die 14 Tage haben mir so gut gefallen, dass ich hier einsteigen wollte, doch leider war keine Stelle sofort frei", erzählt Annette Schmidt.
Doch ein halbes Jahr später startete sie in dem Haus als Präsenzkraft: Sie begleitete und unterstützte dort alte und pflegebedürftige Menschen im Alltag, führte mit ihnen Gespräche, bereitete mit ihnen Mahlzeiten zu, spielte mit ihnen oder ging mit ihnen spazieren. Dennoch war sie froh, als sie nach mehreren Jahren als Pflegehelferin arbeiten konnte. "Das hat mir Mega-Spaß gemacht, aber ich wollte mich dann auch noch weiterbilden, zum Beispiel über Krankheitsbilder in der Pflege." Daher hat sie zuletzt die einjährige Ausbildung zur Pflegefachhelferin absolviert: den praktischen Teil in St. Stilla, die Theorie in der Altenpflegeschule. Dort lernte sie nicht nur mehr über die stationäre Pflege, sondern war auch zwei Wochen in der ambulanten Pflege tätig. Und sie erlangte nicht nur mehr Kenntnisse in der Altenpflege, sondern auch in der Kinderpflege.
"Bin in der stationären Altenpflege richtig"
So sehr ihr die breitgefächerte Qualifizierung gefallen hat, steht für sie fest: "Ich bin in der stationären Altenpflege richtig. Ich mag den Umgang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und freue mich, wenn sie meine Arbeit mit einem Lächeln wertschätzen." Vor wenigen Wochen schloss Annette Schmidt ihre Ausbildung erfolgreich ab und hat nun ihren Dienst als Pflegefachhelferin im Seniorenheim Heilsbronn begonnen.
Sie selbst schätzte an der Ausbildung, "dass ich viel machen durfte: vom Blutdruck- und Blutzuckermessen bis hin zum Spritzen von Insulin, vom Eingeben von und Helfen beim Essen bis zum Waschen pflegebedürftiger Menschen." Auch Arbeit, die nicht am Menschen stattfindet wie die Pflegedokumentation, macht Annette Schmidt Spaß. Und auch mit 56 Jahren bleibt sie wissbegierig. So freut sie sich bereits sowohl zum Beispiel auf Schulungen über den Umgang mit demenzkranken - sowie mit sterbenden Menschen als auch über "Positionierungstechniken".
Froh war die Heilsbronnerin darüber, dass sie auch während der Ausbildung durch eine Förderung der Arbeitsagentur ihr Gehalt als Pflegehelferin weiterbezahlt bekam. "Sonst hätte ich das wohl nicht machen können." Nun freut sie sich darauf, ein höheres Gehalt als Pflegefachhelferin zu beziehen. Wichtig ist ihr aber auch, "dass ich in der Pflege einen sicheren Arbeitsplatz habe, den ich hoffentlich bis zu meiner Rente behalten werde".
Manchmal bedauert die 56-Jährige, dass sie nicht schon früher in die Pflege eingestiegen ist, "denn dann hätte ich vermutlich auch noch die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft gemacht". Daher empfiehlt sie anderen, möglichst bereits in jungen Jahren einen Pflegeberuf zu ergreifen. Doch es überwiegt bei Annette Schmidt die Freude, immerhin noch die einjährige Pflegeausbildung absolviert zu haben, zumal auch Pflegefachhelferinnen in Zukunft vermehrt gebraucht werden dürften. "Denn das Personalbemessungsverfahren in der Pflege sieht vor, dass künftig mehr Pflegefachhelferinnen arbeiten sollen, die bestimmte Aufgaben, welche bisher Pflegefachkräfte mitausgeübt haben, eigenverantwortlich übernehmen", erklärt Silvana Hock. Sie arbeitet in St. Stilla als Praxisanleiterin und hat dabei unter anderem zuletzt Annette Schmidt betreut.
Die Praxisanleiterin wünscht sich, dass noch mehr ungelernte Pflegehelferinnen und -helfer die einjährige Pflegeausbildung machen, "denn geschulte Personen agieren sicherer und begegnen den Bewohnerinnen und Bewohner auch ganz anders". Ganz in ihrem Sinne haben immerhin zuletzt auch vermehrt Personen die einjährige Pflegeausbildung in dem Seniorenheim absolviert.
An Anette Schmidt schätzt Silvana Hock, dass diese "sehr gewissenhaft und zuverlässig ist und einen sehr guten Umgang mit den Menschen, auch mit schwierigen Persönlichkeiten hat". Die "frischgebackene" Pflegefachhelferin selbst freut sich, "dass ich hier tolle Kolleginnen und Kollegen habe, mit denen ich gerne in einem Team arbeite - und dies in einem erfüllenden Beruf."
Für nächstes Jahr Azubis in der Pflege gesucht
Das Caritas-Seniorenheim St. Stilla Heilsbronn sucht für September nächsten Jahres wieder Azubis in der Pflege - sowohl für die einjährige als auch für die dreijährige Pflegeausbildung. Zudem ist in dem Haus schon vorher ein "Schnupperpraktikum" möglich. Kontakt: Caritas-Seniorenheim St. Stilla, Donauschwabenstraße 7, 91560 Heilsbronn, Telefon: 09872 97310, E-Mail: seniorenheim@caritas-heilsbronn.de, Internet: www.caritas-seniorenheim-heilsbronn.de