Chronik 2020er Jahre
2020
Der sich ausbreitende Corona-Virus und die Pandemie COVI-19 stellen den Diözesanverband vor Herausforderungen. Stationäre Einrichtungen sind davon betroffen ebenso wie die Tagespflege, die Ambulante Pflege, die Beratungsdienste, die Gruppenangebote, die Kleiderkammern, die Begegnungsstätten Villa Johannes, die Tagesstätte Lichtblick, der Gebrauchtwarenmarkt oder die Bahnhofsmission.
"Die Caritas will und muss hilfebedürftigen Menschen auch während der Pandemie nahe sein und sie möglichst umfassend versorgen und begleiten", sagt Caritasdirektor Alfred Frank in einer Stellungnahme. Dabei gelte es, den größtmöglichen Schutz der anvertrauten Personen ebenso zu gewährleisten wie den der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die überwiegend in "systemrelevanten" Einrichtungen tätig sind. Frank fordert, die Politik müsse neben der Wirtschaft auch das gesamte Sozialsystem unter den angekündigten Rettungsschirm nehmen. Nur dann könne die soziale Infrastruktur auch für die Zukunft erhalten werden.
Der zweiköpfige Vorstand des Caritasverbandes ist wieder komplett: Der neue stellvertretende Caritasdirektor Andreas Steppberger, der zuvor Oberbürgermeister von Eichstätt war, beginnt seine Arbeit am 1. Mai. Der studierte Jurist übernimmt auch das Amt des Geschäftsführers der Caritasstiftung Eichstätt.
Im ganzen Jahr finden im Caritasverband kaum Präsenzveranstaltungen und fast nur Videokonferenzen statt. Auch das Bundesfreiwilligen-Seminar im Sommer wird virtuell auf der Plattform von Webex, einem Anbieter von Videokonferenzen, durchgeführt. Die 31 Beteiligten tauschen sich über das Abstimmungs- und Brainstorming-Tool Mentimeter aus.
Eine Wohngruppe für Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung eröffnet das Caritas-Kinderdorf Marienstein. Das Kinderdorf ist damit die erste Einrichtung in der Region 10 - Ingolstadt und den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen -, die ein Angebot für Heranwachsende mit einer solchen tiefgreifenden Entwicklungsstörung macht. Die Gruppe heißt "Fuchsmühle". Für diese Kinder hatten die finanzierenden Jugendämter verstärkt Bedarf angemeldet.
Aufgrund der Coronakrise kommen in diesem Herbst in vielen Fällen keine Caritas-Sammlerinnen und -Sammler persönlich an die Haustüren. Stattdessen werden in den Pfarreien Spendenbriefe in die Briefkästen eingeworfen oder mit dem Pfarrbrief verteilt. Wenn Sammlerinnen und Sammler kommen, gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen: Die Ehrenamtlichen tragen Mund-Nasenschutz und halten einen Abstand von mindestens eineinhalb Metern ein. Sie sollen das Haus oder die Wohnung der Spender nicht betreten. Auch die Geldübergabe soll ohne direkte Berührung stattfinden.
In verschiedenen Caritas-Seniorenheimen kommt es ab Herbst zu massiven Corona-Ausbrüchen bei Bewohnerinnen und Bewohnern sowie bei Mitarbeitenden. Mehrere Menschen sterben an oder mit dem Virus. Bei allem Leid gibt die gezeigte Solidarität Hoffnung: Pflegekräfte aus anderen Caritas-Einrichtungen helfen in betroffenen Häusern aus. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten bereitwillig Überstunden: bis zu den Verwaltungskräften, die Reihentestungen organisieren und unermüdlich Angehörige informieren.
Ein kreatives neues Produkt bringen die Caritas-Servicedienste Eichstätt, ein Zuverdienstprojekt für psychisch kranke und suchtkranke Menschen, heraus: eine Caritas-Schokolade. Die Servicedienste beziehen von der Eichstätter Welt-Brücke fair gehandelte Schokoladentafeln, welche die an dem Projekt Beteiligten mit freundlichen Motiven ummanteln, verpacken und dann auf Bestellung versenden. Wer die Schokolade kauft, fördert sowohl die Beschäftigung von Menschen in schwierigen Lebenslagen in Eichstätt als auch in anderen Ländern.
Im Caritas-Seniorenheim St. Elisabeth in Eichstätt finden die ersten Impfungen gegen Corona statt. St. Elisabeth gehört damit zu den Einrichtungen in Bayern, in denen am frühesten diese vorbeugende Maßnahme durchgeführt wird. Rund 90 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner lassen sich impfen. Sie erhalten den Impfstoff der Firma Biontech von einem Einsatzteam des Malteser Hilfsdienstes.
2021
Am 6. Februar stirbt der emeritierte Domkapitular Monsignore Rainer Brummer im Caritas-Seniorenzentrum Abenberg. Brummer war von 2009 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2012 Caritasdirektor im Bistum Eichstätt, von 2010 bis 2012 zudem 1. Vorsitzender der Caritasstiftung Eichstätt. Rainer Brummer prägte vor allem die Kirchlichkeit der Caritas im Bistum Eichstätt.
Am 27. Februar hält Bischof Gregor Maria Hanke (OSB) einen Gedenkgottesdienst für die an Corona Verstorbenen Menschen, insbesondere für jene in den Caritas-Seniorenheimen im Bistum Eichstätt. Daran nehmen rund 30 Verantwortliche und Mitarbeitende des Diözesan-Caritasverbandes teil. Die drei Leitungspersonen der von Corona-Ausbrüchen am stärksten betroffenen Seniorenheime in Schwabach, Berching und Greding schildern in kurzen Beiträgen ihre besonderen Erfahrungen. In allen drei Einrichtungen hatten sich zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende infiziert und waren jeweils rund 20 Menschen an oder mit dem Virus gestorben. Aus ihren Berichten sprechen ebenso Verzweiflung und Angst wie Hoffnung und Dankbarkeit.
Am 13. August verstirbt der frühere Leiter des Caritas-Zentrums St. Vinzenz in Ingolstadt, Markus Pflüger im Alter von erst 65 Jahren. Am 30. Oktober nehmen zahlreiche Wegbegleiterinnen und -begleiter von ihm beim Requiem in der Eichstätter Schutzengelkirche Abschied. Pflüger hatte sich in vielfacher Hinsicht für Menschen mit Behinderung eingesetzt: mit umfangreichen Bauprojekten für St. Vinzenz ebenso wie sozialpolitisch, etwa im Fachverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP). Nach seinem Eintritt in den Ruhestand engagierte Markus Pflüger sich auf Landkreisebene. Seit März 2020 wirkte er als einziger Kreisrat der Linken, bei denen er zuletzt seine Einstellung am deutlichsten vertreten sah, im Kreistag des Landkreises Eichstätt mit.
Der Caritasverband für die Diözese Eichstätt bietet seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nun die Möglichkeit eines Zeitwertkontos an. Bei einem Abschlusstreffen eines langen Prozesses am 15. Oktober besiegeln Caritasdirektor Alfred Frank und der stellvertretende Vorsitzende der Gesamt-Mitarbeitervertretung (MAV) des Diözesan-Caritasverbandes, Bernhard Schäfer, die betrieblichen Rahmenbedingungen für das Einrichten eines solchen Kontos mit ihren Unterschriften unter eine entsprechende Dienstvereinbarung. Damit haben die rund 2.900 Mitarbeitenden des Verbandes die Chance, Gehaltsanteile für bezahlte berufliche Auszeiten anzusparen.
In November zieht die Caritas-Kreisstelle Weißenburg von der Holzgasse 12 in Weißenburg in neue Räumlichkeiten im Seilergäßchen 2 der Stadt.
2022
Am 1. März wird die neue Tagespflege Burgberg der Caritas-Sozialstation Eichstätt im Caritas-Seniorenheim St. Elisabeth eröffnet. Aufgrund von Corona und den damit verbundenen Abstandsregelungen bietet sie zunächst acht Plätze an. Später wird die Anzahl auf 15 erhöht. Für den Start sind alle Plätze vergeben. Die Räumlichkeiten umfassen insgesamt 226 Quadratmeter. Dazu gehören unter anderem ein Büro- und Therapieraum für persönliche Gespräche, eine Ruheraum mit fahrbaren Ruhesesseln, ein Rollstuhl-WC, eine barrierefreie Dusche, ein Aufenthalts- und Betreuungsraum mit eingebauter Küche zur Vorbereitung kleinerer Speisen und Zugang zur Terrasse mit Ausblick in den seniorengerecht gestalteten Garten."
25 Jahre Diözesane Arbeitsgemeinschaften der Mitarbeitervertretungen (DiAG-MAV) beim Bischöflichen Ordinariat und in der Caritas in der Diözese Eichstätt: Das feiern knapp 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche und Caritas am 22. Juni mit einem Gottesdienst mit Bischof Gregor Maria Hanke sowie Festakt im Bildungshaus Schloss Hirschberg. Das Jubiläum fand bereits vor zwei Jahren statt, konnte seinerzeit wegen der Corona-Pandemie allerdings nicht begangen werden. Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für die Caritas, Gisela Hirsch drückt ihre Freude darüber aus, dass Dienstgeber und Dienstnehmer mit einer gemeinsamen Initiative darauf hinwirken wollen, in Einrichtungen ohne MAV eine solche zu gründen, wenn dies möglich ist.
50 Jahre Caritas-Seniorenheim St. Franziskus und 300 Jahre Kloster in Berching: Das feiern rund 40 geladene Gäste aus Caritas, Kirche und Politik am 17. Juli gemeinsam mit etwa 20 Seniorinnen und Senioren in der Altenhilfeeinrichtung. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke zelebriert gemeinsam mit Caritas-Präses Dompropst Alfred Rottler und dem Hausgeistlichen Pius Schmidt den Festgottesdienst. Beim Festakt findet vor allem eine Podiumsdiskussion statt, welche die Redakteurin der Eichstätter Kirchenzeitung Gabi Gess moderiert. Neben dem Bischof und Caritas-Verantwortlichen nehmen daran unter anderen der Neumarkter Landrat Willibald Gailer und Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich teil.
Im Rahmen einer kleinen Feierstunde segnet Caritaspräses Dompropst Alfred Rottler im September das neue Gebäude des Caritas-Seniorenzentrums St. Josef in Abenberg. 11,9 Millionen Euro nahm der Caritasverband für die Diözese Eichstätt für den Neubau in die Hand, drei Millionen Euro steuerte der Orden der Abenberger Schwestern bei. Die Deutsche Fernsehlotterie leistete einen Zuschuss für die Tagespflege von 135.000 Euro, und die Stadt Abenberg beteiligte sich bei der Ausstattung der Caféteria.
2023
Die Offenen Hilfen des Caritas-Zentrums St. Vinzenz weihen am 19. April ihre neuen Räumlichkeiten im Donau-City-Center in Ingolstadt ein. Rund 70 mit der Einrichtung verbundene Menschen kommen, darunter Ingolstadts Bürgermeisterin Dorothea Deneke-Stoll, Bezirksrat Joachim Siebler und sechs Stadträte. Caritas-Präses Alfred Rottler segnet die neuen Räume, Schülerinnen und Schüler des Privaten Förderzentrums mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung sprechen Fürbitten. Die inklusive Veeh-Harfengruppe unter Leitung von Julia von der Brelie sorgt für die musikalische Gestaltung. Anstatt von Grußworten interviewt der Redakteur von Radio K1 des Bistums Eichstätt, Bernhard Löhlein, verschiedene Persönlichkeiten. An einer Wand wird eine Ausstellung "Inklusion beginnt im Kopf" mit Bildern des Eichstätter Fotografen Hubert P. Klotzeck präsentiert.
31 Frauen und Männer schließen am 16. Juni den ersten Inklusionskurs "Sehen-Helfen-Handeln" von Caritas und Bistum Eichstätt im Eichstätter Priesterseminar erfolgreich ab. Der stellvertretende Caritasdirektor Andreas Steppberger und Ordinariatsrat Vitus Lehenmeier, Leiter der Abteilung "Schule und Bildung" der Diözese, überreichen den Beteiligten ihre Zertifikate. Sie haben in dem Kurs im Umfang von fünf zweitägigen und drei eintägigen Einheiten mit insgesamt 95 Stunden "die Fähigkeit erworben, rechtliches und fachliches Hintergrundwissen zur Thematik der Inklusion, der Resilienzförderung und der Konflikt- und Lebensbewältigung auf das eigene Praxisfeld zu übertragen", heißt es in den Zeugnissen. Der Kurs konnte stattfinden, weil diesen die GlücksSpirale mit 32.500 Euro und die St. Willibald-Stiftung mit 10.000 Euro bezuschussten.
"Die Schwestern haben hier viel Unsichtbares investiert. Gott möge diesen Dienst reichlich segnen." Mit diesen Worten bringt der Hausgeistliche des Caritas-Seniorenheimes St. Franziskus in Berching, Pfarrer i.R. Pius Schmidt, am 16. Juli in seiner Predigt seinen Eindruck auf den Punkt. Knapp 50 geladene Gäste, zehn Geistliche sowie mehrere Mitarbeitende sowie Bewohnerinnen und Bewohner verabschieden bei einem Gottesdienst und Festakt offiziell die Niederbronner Schwestern aus der Einrichtung. Die letzten vier Schwestern Brunhilde, Christine, Martinjana und Beatrix waren vor kurzem aus dem Seniorenheim abgezogen worden. Überalterung und Nachwuchsmangel sind die Probleme, die auch diese Gemeinschaft so wie viele andere Ordensgemeinschaften betreffen.
"Es hat sich viel geändert, aber eine Sache ist stets geblieben: Wir haben den Anspruch, pflegebedürftigen Menschen eine qualitativ hochwertige, empathische und liebevolle Pflege zu ermöglichen." Mit diesen Worten bringt die Geschäftsführerin der Caritas-Sozialstation Ingolstadt, Alexandra Rieß, auf den Punkt, was alle Redner anlässlich des 50-jährigen Jubiläums dieser Einrichtung zum Ausdruck bringen. Rund 120 mit der Sozialstation verbundene Menschen feiern den runden Geburtstag am Mittwochabend, den 19. Juli im Pfarrheim St. Anton.
Die bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf, besucht im September das Caritas-Kinderdorf Marienstein. Sie lobt die Leistung der rund 180 Mitarbeitenden in der Einrichtung zum Wohl von jungen Menschen, damit diese ihren Platz im Leben finden könnten. Verantwortliche der Caritas und der Kommunalpolitik erläutern Scharf die Wichtigkeit der bevorstehenden großen Sanierung. Die Ministerin verweist allerdings auf die Tatsache, dass die Investitionszuschüsse des Freistaats Bayern bereits 2011 abgeschafft worden seien. Doch am Ende des Besuchs sagt sie: "Niemand ist da, der die Jugendhilfe in Frage stellt". Der Caritas-Vorstand zeigt sich verhalten optimistisch, doch noch staatliche Fördermittel zu bekommen.
"Unbürokratisch, ehrenamtlich und ökumenisch": Mit diesen drei Schlagworten bringt der Vorstand der Diakonie Ingolstadt, Jürgen Simon Müller, beim 75-jährigen Jubiläum der Ingolstädter Bahnhofsmission im Oktober die Arbeit dieser Einrichtung auf den Punkt. Die Bahnhofsmission feiert diesen Anlass mit rund 80 Gästen aus Politik, Kirche und Wohlfahrtspflege sowie mit ihren Ehrenamtlichen mit einem Gottesdienst in der St. Anton-Kirche und einem Festakt im Pfarrsaal St. Anton. Unter den Gästen ist auch der Vorsitzende des Vereins Bahnhofsmission Deutschland, Professor Dr. Bruno Nikles.
"Hätten wir die Erziehungsberatung Neumarkt nicht schon, müssten wir sie ins Leben rufen." Das sagt der Neumarkter Landrat Willibald Gailler bei einer Feier zum 50-jährigen Jubiläum dieser Caritaseinrichtung am 21. November. Rund 70 Personen aus Caritas, Kirche, Politik und Erziehungsberatungsstellen sind dazu ins Kloster St. Josef in Neumarkt gekommen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen zwei Vorträge des Leiters der Erziehungsberatungsstelle, Dr. Thomas Schnelzer: über "50 Jahre Caritas-Erziehung Neumarkt" sowie "Spiritualität und Resilienz - Glaube als Ressource für helfendes Tun". Grußworte sprechen neben Gailler der Eichstätter Caritasdirektor Alfred Frank und die 2. Bürgermeisterin der Stadt Neumarkt, Gertrud Heßlinger.
2024
Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke OSB besucht am Josefstag im März die Offene Ganztagsschule und Jugendsozialarbeit an der Sir-William-Herschel-Mittelschule Ingolstadt. Neben der Hausaufgabenbetreuung nimmt er am kreativen Gestalten im Schülercafé teil, macht einen Rundgang durch das Schulgebäude und dessen Garten, isst mit Schülerinnen und Schülern zu Mittag, lernt ein Lernpatenprojekt kennen und führt ein langes Gespräch mit Verantwortlichen. Er zeigt sich beeindruckt "von der Internationalität, der Kreativität, der Nähe zur Natur und vom pädagogischen Konzept der Schule".
50 Jahre Caritas-Seniorenheim St. Josef in Nürnberg-Langwasser: Das feiern rund 80 mit der Einrichtung verbundene Menschen aus den Bereichen Caritas, Kirche und Politik bei einem Festakt in der Einrichtung im Mai. An einem Gottesdienst in der benachbarten Kirche Heiligste Dreifaltigkeit nehmen zudem zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenheimes teil. Caritaspräses Alfred Rottler sagt in seiner Predigt, 50 Jahre St. Josef seien "50 Jahre Gemeinschaft, Heimat und Dienst". Heimat sei das Haus für viele Seniorinnen und Senioren nicht nur aufgrund einer lokalen Dimension geworden, sondern auch "durch die dort gelebten Werte wie Verständnis, Vertrauen, Wertschätzung, Zuwendung und Liebe".
Der Caritasverband Eichstätt veröffentlicht im Oktober sein "Zukunftskonzept 2030". Nach wirtschaftlich schwierigen Jahren hat sich der Verband auf den Weg eines Konsolidierungsprozesses begeben. Fachlich begleitet wurde er dabei von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Curacon, die sich auf Einrichtungen und Unternehmen aus der Gesundheits- und Sozialwirtschaft spezialisiert hat. In dem rund neunmonatigen Prozess hat der Verband die Kosten- und Leistungsstrukturen seiner Einrichtungen und Dienste ins Blickfeld genommen und große wirtschaftliche Herausforderungen festgestellt. Dazu zählen die 20 Caritas-Seniorenheime, das Caritas-Zentrum St. Vinzenz und die sieben Caritas-Kreisstellen. Härtester Einschnitt: Es wird beschlossen, das Wohnheim für geistige und mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche von St. Vinzenz zu schließen.
2025
Immer mehr Ordensschwestern werden aus Caritas-Seniorenheimen abgezogen, da die Gemeinschaften kaum noch eigenen Nachwuchs haben. So war es auch im Caritas-Seniorenheim St. Franziskus Berching, als dort vor knapp zwei Jahren die Niederbronner Schwestern wegzogen. Umso mehr freut sich dessen Leiter, Gerhard Binder, darüber, dass er nun drei indische Schwestern vom Orden des heiligen Josef aus der Diözese Kottayan im Bundesstaat Kerala bekommen hat. Die Schwestern Prasoonam Parackal (45), Jomy Perumpel (64) und Jesna Perumpunchayil (41) treten am 1. April in der Einrichtung ihren Dienst als Pflegefachkräfte in Vollzeit an. Ferner sind sie dort in der Seelsorge tätig.
Der Verein Hand in Hand gegen Altersarmut, der von der Stadt Gunzenhausen und der Caritas-Kreisstelle Weißenburg gegründet wurde, erhält im Mai den Demografiepreis Bayern 2024 vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat. Laut dem Ministerium macht der Verein auf ein wichtiges gesamtgesellschaftliches Thema, die Gefahr der Altersarmut, aufmerksam und begegnet dieser Herausforderung aktiv. "Die Vereinsmitglieder leisten unverschuldet in Not geratenen Menschen ab 60 Jahren wertvolle Unterstützung auf finanzieller, aber auch persönlicher Ebene. Der Verein steht den Seniorinnen und Senioren mit Beratungsangeboten, finanziellen Mitteln bis hin zu gemeinsamen Aktivitäten und Ausflügen zur Seite", wird erklärt. Er bekommt für sein gleichnamiges Projekt eine Prämie von 3.000 Euro. Den Preis übergibt der bayerische Finanzminister Albert Füracker an den Gunzenhausener Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, das Vereinsmitglied Ingeborg Herrmann, Caritas-Kreisstellenleiterin Alexandra Trögl und Caritasmitarbeiterin Hasive Pachur.
Die Caritas-Kreisstelle Weißenburg startet im Juli ein Foodsharing-Projekt. Ziel ist es, übrig gebliebene Lebensmittel vor der Tonne zu bewahren und stattdessen mit anderen zu teilen. Dafür wurde in den Räumen der Caritas-Kreisstelle ein "Fairteiler"-Standort eingerichtet: Ein Kühlschrank und Regale stehen bereit, damit Lebensmittel hineingestellt oder mitgenommen werden können. Das Angebot ist für alle offen - unabhängig von Alter, Herkunft oder finanzieller Situation. Man kann zum einen Lebensmittel abholen: Jeder darf mitnehmen, was er brauchen kann. Zum anderen können Lebensmittel gebracht werden. Wer selbst zu viel eingekauft hat, einen Geschenkekorb nicht verwerten kann oder im Sommer reichlich Obst und Gemüse aus dem Garten übrig hat, kann diese Lebensmittel vorbeibringen.
Ebenfalls im Juli feiern sowohl die Erziehungsberatung der Caritas in Nürnberg-Langwasser und das Caritas-Seniorenheim Dietfurt jeweils ihr 50-jähriges Jubiläum. In Nürnberg kommen über 50 mit der Einrichtung verbundene Menschen aus den Bereichen Caritas, Kirche, Politik, Schulen und Kindertageseinrichtungen nahmen im Garten der Beratungsstelle zusammen. Inhaltlich stellt die Erziehungsberatung ihre Feier unter das Caritasmotto "Ohne Liebe ist alles nichts". In Dietfurt feiern zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende der Einrichtung, Ehrenamtliche und Vertreter der Kindergärten Töging und Dietfurt, der Grund- und Mittelschule Dietfurt und der Pflegeschule in Neumarkt mit einem Festakt und -gottesdienst im voll besetzten Speisesaal des Seniorenheims. Den Gottesdienst, den der Seniorenheimchor musikalisch gestaltet, halten der frühere Caritasdirektor und -präses Domkapitular i.R. Franz Mattes und Dietfurts Pfarrer Armin Heß.
Der Caritasverband Eichstätt unterstützt am 13. September eine Typisierungsaktion der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) "Hilf Marie und vielen anderen" in der Schulturnhalle in Pollenfeld. Die Registrierungsaktion hat der Katholische Burschenverein Pollenfeld - Seuversdorf - Weigersdorf organisiert. 17- bis 45-jährige Personen können dort einen Wangenabstrich vornehmen und dadurch in Zukunft vielleicht zu Stammzellspenderinnen und -spendern für Menschen werden, die an Leukämie erkrankt sind. Betroffen ist derzeit unter anderen die 22-jährige Eichstätter Caritas-Mitarbeiterin Marie. Kurz zuvor leistet Caritas-Mitarbeiter Klaus Nieberle eine Stammzellspende bei der AKB. Der Termin sei gut organisiert gewesen und alles sei reibungslos gelaufen. "Ich habe die Spende gut geschafft und bin mit einem sehr guten Gefühl heimgefahren", berichtet Nieberle.
Die Caritas-Kreisstelle Eichstätt feiert im Oktober ihr 40-jähriges Jubiläum. "Wir wollten aber keine Veranstaltung mit langen Reden organisieren. Stattdessen haben wir vielen Partnern als Dank für ihre vertrauensvolle Zusammenarbeit ein Stück handgefertigten Eichstätter Jurastein als Magnet mit einem Herz und dem Caritas-Flammenkreuz sowie der Aufschrift ‚40 Jahre Caritas-Kreisstelle Eichstätt 1985 - 2025‘ geschenkt", informiert der Leiter der Stelle, Josef Wintergerst. Die Magneten haben Beschäftigte mit Handicap der Servicedienste der Kreisstelle hergestellt. "Sie symbolisieren unseren Auftrag: mit Herz und im Zeichen des Caritas-Flammenkreuzes Menschen in Not zu helfen", so Wintergerst.
Erleichterung beim Diözesan-Caritasverband Eichstätt: Die finanzielle Situation des Verbandes hat sich zuletzt positiv entwickelt. "Unser Zukunftskonzept 2030 trägt Früchte. Die teilweise schmerzhaften Schritte haben sich gelohnt. Die Ergebnisse verbessern sich", informiert der stellvertretende Caritasdirektor, Andreas Steppberger, bei der Vertreterversammlung im Oktober im Bildungshaus Schloss Hirschberg. Genaue Zahlen nennt er noch nicht, aber er sagt, dass es wieder schwarze Zahlen sein werden. In den beiden Jahren zuvor hatte der Eichstätter Caritasverband noch hohe Defizite verzeichnet: im Jahr 2023 rund 8,35 Millionen Euro, im vergangenen Jahr 4,82 Millionen.
Die traditionelle "Bananenkistenaktion" zum Wohl von armen Menschen in Bosnien-Herzegowina in der Vorweihnachtszeit im Raum Eichstätt/Ingolstadt wird endgültig eingestellt. Diese Aktion fand seit dem Jahr 2001 22-mal statt. Doch bereits seit 2024 ist Schluss damit - sehr zum Bedauern von Ludwig Wittmann, dem früheren Verwaltungsleiter des Caritas-Zentrums St. Vinzenz in Ingolstadt, der hier vor Ort maßgeblich die Hilfsaktion organisiert hatte. Grund für das Ende ist, dass der Herz-Jesu-Missionar Konrad Huber aus Halbergmoos aus Altersgründen keine Sattlerschlepper mit Hilfsgütern mehr nach Bosnien-Herzegowina fährt. Wittmann zufolge sind insgesamt rund 4.000 Bananenkisten gefüllt mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Süßigkeiten stets vor Weihnachten in das osteuropäische Land transportiert worden.