Die diesjährige Frühjahrssammlung des Diözesan-Caritasverbandes Eichstätt findet vom 2. bis 8. März statt. "Hoffnung verändert Leben" lautet das Motto. Mit den Einnahmen werden unter anderem Menschen in Altersarmut, suchtkranke Personen sowie Kinder, Mütter und Väter in schwierigen Lebenslagen unterstützt.
Caritas-Mitarbeitende können nach Überzeugung von Diözesanadministrator und Caritaspräses Alfred Rottler Menschen in Not nicht nur akut helfen, sondern auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft schenken. "Wer kennt nicht Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind, Kinder, deren Lebenssituation in den Familien untragbar ist, oder Senioren, die sich nicht mehr allein versorgen können? Überall dort kann die Caritas mit ihren spezialisierten Angeboten nachhaltig wirksam werden", schreibt Rottler in seinem Sammlungsaufruf. Er verweist darauf, dass es in der Diözese Eichstätt 51 eigenständige Einrichtungen und Dienste gebe, die sich um die Nöte der Menschen kümmern: "in der Kinder- und Jugendhilfe, in unseren Beratungsdiensten, in den Einrichtungen für Menschen mit Behinderung und in der ambulanten und stationären Pflege." Für deren Arbeit bittet der Diözesanadministrator und Caritaspräses die Bevölkerung um Spenden. Von diesen erhält der Caritasverband nach eigenen Angaben 60 Prozent und 40 Prozent verbleiben in den Pfarreien für deren caritative Aufgaben.
Initiativen gegen Altersarmut und für suchtkranke Menschen
Die Caritas-Kreisstelle Weißenburg fördert die soziale Teilhabe von Menschen, die von Altersarmut betroffen sind. Foto: Caritas/Peter Esser
8.800 Euro erhält laut der Caritas deren Kreisstelle in Weißenburg, um die soziale Teilhabe von Menschen zu fördern, die von Altersarmut betroffen sind. Nach Mitteilung der Stelle leiden diese Menschen nicht nur unter finanziellen Einschränkungen, sondern auch unter sozialer Isolation. Viele Seniorinnen und Senioren seien auf barrierefreie Transportmittel angewiesen, eigene Fahrzeuge stünden meist nicht zur Verfügung. "Aus diesem Grund müssen Busunternehmen beauftragt oder Mietfahrzeuge organisiert werden. Ohne diese Transportmöglichkeiten können viele ältere Menschen nicht an den Aktivitäten teilnehmen", heißt es im Förderantrag der Kreisstelle. Sie will innerhalb von drei Jahren sechs Tagesausflüge anbieten wie zum Beispiel eine Busfahrt nach Nürnberg zur Burgbesichtigung und ein Besuch im Spielzeugmuseum oder des Christkindlmarktes. Von dem Fördergeld sollen für 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Transportkosten, Eintrittsgelder und Verpflegung sowie Aufwandspauschalen für Ehrenamtliche finanziert werden. "Damit beläuft sich die Gesamtsumme auf rund 9.800 Euro. Davon wird ein Eigenanteil von insgesamt 1.000 Euro durch die Teilnehmer geleistet", heißt es konkret.
5.900 Euro dienen dazu, den Thekenbereich in der Kontakt- und Begegnungsstelle für suchtkranke Menschen "Villa Johannes" in Ingolstadt neu auszustatten. Dieser sei durch Arbeitstherapien der Klientinnen und Klienten extrem abgenutzt, heißt es im Förderantrag der Einrichtung. Für die Theken-Küchenzeile bestehe Edelstahlpflicht. Auch müsse die Bestuhlung erneuert werden. Dadurch sollen die Hygiene verbessert und abgenutzte Sitzbereiche neugestaltet werden. Mit dem Fördergeld werden konkret die Edelstahl-Küchenzeile angeschafft und montiert sowie mehrere Bänke, Tische, Stühle und Hocker besorgt.
Investitionen für traumatisierte Kinder und Alleinerziehende
Die Beschäftigung mit therapeutischen Polster-Würfeln kann traumatisierten Kindern und Jugendlichen helfen. Foto: Caritas/Martina Laufer-Huber
3.500 Euro werden für therapeutische Polster-Würfel zur Trauma-Arbeit mit Kindern im Caritas-Kinderdorf Marienstein investiert. "Bei der therapeutischen Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen ist der erste Schritt die Stabilisierung, also die Vermittlung von Schutz, Sicherheit, Kontrolle als Grundlage für die Beschäftigung mit Ohnmachtserfahrungen bei belastenden Themen", heißt es im Förderantrag des Kinderdorfes. Solche belastenden Themen seien meist Erlebnisse von Gewalt oder sexueller Übergriffigkeit, Vernachlässigung oder Bindungsabbrüche. Doch der direkte verbale Zugang zu diesen Themen falle vor allem jüngeren Kindern oft schwer. "Das Bauen von ‚Trutzburgen‘, Schutzhöhlen, Verstecken‘ mit psychomotorischen Bauwürfeln gibt auf sinnesspezifisch erfahrbarer Ebene eine gute Möglichkeit zum Erleben von Selbsteffizienz." Daneben ergeben sich nach Erfahrungen im Kinderdorf auch für schwierige Themen wie den Umgang mit körperlichen Aggressionen mit dem Polstermaterial gute Möglichkeiten, sich ohne Verletzungsrisiko auszuagieren und Zugang zu verdrängten Gefühlen zu bekommen. Ebenso könne das Material auch im Rahmen der Ergotherapie eingesetzt werden, um die psychomotorische Entwicklung zu fördern: zum Beispiel durch Training der basalen Sinne, des Gleichgewichts oder durch Aufbauen-Zerstören-Gestalten.
15.000 Euro sollen verwendet werden, um die Kurberatung der Caritas zu fördern. Dieser Dienst soll alleinerziehende Mütter und Väter sowie pflegende Angehörige kompetent bei Fragen zu Kuren beraten, um ihnen in ihrer angespannten Situation die Chance auf Erholung zu geben. Zuletzt konnte die Kurberatung nicht mehr kostenfrei erfolgen. Das hatte viele Menschen dazu veranlasst, auf diese zu verzichten. Und die eingenommene Summe hat laut der Caritas die Kosten bei weitem nicht gedeckt. Daher sollen 250 Kurberatungen für jeweils 60 Euro aus Mitteln der Caritas-Sammlung finanziert werden.