Nicole Fichtner und Regine Morich hoffen gemeinsam mit Generalvikar Michael Huber und Lebensschutz-Referentin Teresa Loichen auf einen Erfolg der Ausstellung zur Suizidprävention (von links). Foto: Peter Esser
"Das ist ein toller Baustein für die Suizidprävention", freute sich der Eichstätter Generalvikar Michael Huber, als er heute Vormittag im Bischöflichen Ordinariat die Ausstellung "Leben pflegen, meinetwegen-deinetwegen" eröffnete. Diese zeigt ein Badezimmer mit einem digitalen Spiegel, das Regine Morich und Nicole Fichtner von der Ingolstädter Agentur KULTurbeutel auf die Beine gestellt haben. Um eine niederschwellige Suizidprävention zu fördern, hat ein Veranstalterteam des Fachbereichs Lebensschutz, Notfallseelsorge, Telefonseelsorge des Bischöflichen Ordinariates und der Sozialpsychiatrische Dienst der Caritas die Ausstellung anlässlich des Weltsuizidpräventionstags am vergangenen Freitag nach Eichstätt geholt.
Die Referentin für den Bereich Lebensschutz im Bistum Eichstätt, Teresa Loichen, verwies bei der Eröffnung auf 10.000 gemeldete Suizide jährlich allein in Deutschland. Sie betonte, dass jeder Mensch durch einfache Hilfe dazu beitragen könne, solche Schicksale zu verhindern. Zum Beispiel, indem man verzweifelten oder gescheiterten Menschen Trost spendet oder aber anderen gegenüber seine Wertschätzung zum Ausdruck bringt: "Wann haben Sie zum letzten Mal zu Ihrer Putzfrau gesagt: ‚Schön, dass Sie hier sauber machen! Das machen Sie ganz toll‘?"
Während ein normales Badezimmer der körperlichen Hygiene dient, soll das Badezimmer der Ausstellung symbolisch die psychische Hygiene sich selbst sowie anderen gegenüber fördern, also Pflege des Lebens sein. Regine Morich und Nicole Fichtner demonstrierten dies anhand des digitalen Spiegels. Dieser Spiegel ermöglicht es zum Beispiel mithilfe einer Kamera und eines Tablets in dem Badezimmer, sich mit einem Schild "Du bist die beste Arbeitskollegin ever" fotografieren zu lassen, an dem Spiegel einen QR-Code zu erstellen, durch diesen das Foto auf das eigene Handy zu laden, um es daraufhin einer Arbeitskollegin zu schicken.
Generalvikar Huber erklärte: "Indem man sich in einem Spiegel sieht, wird man auf sich selbst zurückgeworfen und dadurch kommt das Leben zu Wort." Überall, wo das Leben gefährdet ist, müsse Kirche einschreiten: "neue Hoffnung geben, Trost zusprechen und neue Perspektiven eröffnen." Mehrfach wurde bei der Veranstaltung betont, man müsse kein Experte sein, um Suizidprävention zu leisten. Zudem sei es ein Irrglaube, man könnte belastete Menschen durch ein Ansprechen von Suizidgedanken erst auf die Idee bringen, sich das Leben zu nehmen. "Reden hilft vielmehr, das Thema zu entmystifizieren und aus dem Tabu herauszuholen", so Teresa Loichen. Die Ausstellung zur Suizidprävention wird in mehreren Unternehmen und Organisationen zu sehen sein. Der stellvertretende Caritasdirektor Andreas Steppberger, der auch bei der Veranstaltung war, setzt sich dafür ein, sie auch in Caritaseinrichtungen zu holen.