
Zu Spenden für notleidende Menschen im Sudan ruft der Caritasverband für die Diözese Eichstätt auf. Er unterstützt damit die gemeinsame Sommeraktion der kirchlichen Hilfswerke Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe unter dem Motto "Die größte Katastrophe ist das Vergessen". "Die verheerende Lage im Sudan findet immer weniger Beachtung. Sie wird von anderen Kriegen und Katastrophen überlagert. Und sie wird international schlichtweg ignoriert, obwohl es die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit ist", sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. Weit mehr als 150.000 Menschen seien durch die Kämpfe getötet worden. In zahlreichen Regionen drohe eine Hungersnot.
Von lebenswichtiger Hilfe bis zu Unterstützung für kleine Gewerbe
Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt im Sudan die Emergency Response Rooms (ERR). Die Nachbarschaftskomitees leisten dem evangelischen Hilfswerk zufolge landesweit vor allem da Nothilfe, wo internationale Organisationen nicht hinkommen. "Dieses Engagement aus der Zivilgesellschaft ist beeindruckend. Mehr als 20.000 Freiwillige setzen sich jeden Tag unter größten Gefahren dafür ein, dass Kinder zur Schule gehen und etwas essen können, dass Schwangere medizinisch behandelt werden und dass gefährdete Familien an geschützte Orte gelangen. Sie retten jeden Tag Leben und müssen darin gestärkt werden. Hilfe für Menschen in Not ist gerade für uns als christliche Hilfswerke eine moralische Verpflichtung", betont Martin Keßler.
Caritas international unterstützt nach eigenen Informationen im Sudan gemeinsam mit lokalen Partnern Geflüchtete und aufnehmende Gemeinden. Ziel sei es, den Menschen nachhaltig beim Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen zu helfen: zum Beispiel mit Saatgut und Arbeitsgeräten wie Hacken und Schaufeln, durch Schulung in verbesserten Anbaumethoden, um Erträge zu steigern, und in Spar- und Kreditgruppen, in denen Frauen in Finanzmanagement gebildet werden und ein kleines Startkapital erhalten, um kleine Gewerbe aufzubauen.
Dem katholischen Hilfswerk zufolge ist Unterstützung derzeit umso wichtiger, als internationale Hilfe für den Sudan zurückgehe: Im vergangenen Jahr sei der humanitäre Hilfsplan in Höhe von umgerechnet rund 3,7 Milliarden Euro nur zu knapp 40 Prozent finanziell gedeckt gewesen. "Die Antwort auf fast 34 Millionen Menschen, die im Sudan humanitäre Hilfe benötigen, kann nicht darin bestehen, Hilfe zu reduzieren. Denn das bedeutet, sowohl die Notleidenden als auch die Helfenden im Stich zu lassen", kritisiert Oliver Müller, Leiter von Caritas international. "Dieser Tendenz können wir aber mit Anteilnahme und Spenden für Hilfe im Sudan und den Nachbarländern begegnen. Solidarität rettet Menschenleben."
"Hilfe gerade jetzt im Sommer so nötig" für Ernte im Herbst
Innerhalb des Sudans sind laut Caritas international mehr als neun Millionen Menschen vertrieben worden. 4,5 Millionen Menschen hätten vor allem in den Nachbarländern wie dem Tschad, dem Südsudan oder Ägypten Schutz gesucht, in denen Caritas international den Geflüchteten hilft. Im Sudan selbst würden Helferinnen und Helfer zunehmend Opfer von Angriffen und Gewalt. "Die Konfliktparteien greifen Schulen, medizinische Einrichtungen und Helfende an. Diese Angriffe gegen die Zivilbevölkerung verletzen eklatant das humanitäre Völkerrecht und schränken Hilfsprogramme und humanitären Zugang zu Notleidenden ein. Dabei ist die Hilfe gerade jetzt im Sommer so nötig, denn erst im Herbst wird geerntet. Die Reserven sind schon längst aufgebraucht und die Menschen hungern", warnt Oliver Müller.
Spenden für notleidende Menschen können mit dem Stichwort "Sudan" überwiesen werden. Bei einem Betrag ab 300 Euro wird zum Ausstellen von Spendenbescheinigungen um die Angabe des Namens und der vollständigen Anschrift auf dem Überweisungsträger gebeten. Für Beträge unter 300 Euro reicht steuerlich der Kontoauszug. Konten des Caritasverbandes Eichstätt: Liga ( IBAN DE94 7509 0300 0107 6173 13 ), Sparkasse Ingolstadt Eichstätt ( IBAN DE54 7215 0000 0018 0100 33), Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte eG ( IBAN DE66 7216 0818 0009 6010 07). Es kann auch im Internet unter https://www.caritas-eichstaett.de/spenden/direkt-spende/online-spende gespendet werden. Bitte tragen Sie im Feld Nachricht den Spendenzweck ein.