Fabian Frank (Zweiter von links) ist für Caritas-Abteilungsleiter Norbert Bittner, Praxisanleiterin Jenny Eccleston und die Deininger Seniorenheimleiterin Renata Piernikarczyk (von links) ein vorbildhafter Auszubildender in der Altenpflege. Foto: Caritas / Peter Esser
Mehr Auszubildende für die Altenpflege sucht der Caritasverband für die Diözese Eichstätt, insbesondere einheimische junge Menschen. Das hat der für die Caritas-Altenhilfe im Bistum Eichstätt verantwortliche Abteilungsleiter, Norbert Bittner, anlässlich des Internationalen Tages der Pflege am 12. Mai mitgeteilt. "Wir freuen uns, dass wir in unseren 20 Caritas-Seniorenheimen im Bistum viele Azubis haben, die aus anderen Ländern kommen. Es wäre aber schön, wenn sich auch mehr junge Menschen aus unserer Region für einen Beruf in der Altenpflege entscheiden würden, denn das machen mittlerweile nur wenige", so Bittner.
Vom Schülerpraktikum zur dreijährigen generalistischen Ausbildung
Azubi Fabian Frank wird von Praxisanleiterin Jenny Eccleston begleitet: Foto: Caritas / Sarai Weber Castaneda
Einer, der dies tut, ist der 20-jährige Fabian Frank im Caritas-Seniorenheim St. Anna in Deining. Er hatte vor mehreren Jahren bereits als Mittelschüler ein Schülerpraktikum und einen Ferienjob in der Einrichtung absolviert. Das hat ihn dazu motiviert, anschließend zunächst die einjährige Ausbildung zum Pflegefachhelfer in der Einrichtung zu machen. Dann leistete er dort für ein weiteres Jahr einen Bundesfreiwilligendienst. Dieses Jahr im August wird er seine dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft in St. Anna beenden und dann dort als solche arbeiten. "Nach der ersten einjährigen Ausbildung war ich noch nicht so sicher, ob ich Altenpfleger werden will, doch im Bundesfreiwilligendienst habe ich mich dann davon überzeugt, dass dies der richtige Weg ist", erklärt Fabian Frank, weshalb er nicht gleich nach der Qualifikation zum Pflegefachhelfer jene zur Pflegefachkraft angeschlossen hatte.
In seiner jetzigen dreijährigen Ausbildung verabreicht der junge Nachwuchspfleger zum Beispiel Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorenheimes in Begleitung einer Pflegefachkraft Tabletten und gibt Spritzen. Er organisiert aber bereits immer wieder auch den Schichtdienst, indem er die Pflegerinnen und Pfleger auf allen Bereichen einteilt. "So etwas hatte man früher den Azubis noch nicht zugetraut, doch inzwischen sollen sie auch schon diese Verantwortung übernehmen", sagt Norbert Bittner. "Die Schichtführung ist auch etwas, was mir besonders gut gefällt", teilt Fabian Frank mit. Er verschweigt nicht, dass er noch Schwierigkeiten damit hat, wenn mehrere Aufgaben auf einmal zu bewältigen sind: "zum Beispiel einen Bewohner zu waschen, Tabletten zu verabreichen und auch noch die Schichtführung innezuhaben". Grundsätzlich ist seine Erfahrung, "dass Pflege schon anstrengend und herausfordernd ist, aber das Team stützt einen auch, und wenn man mit ganzem Herzen dabei ist, gibt einem die Pflege echt viel". Und auch in Zukunft, wenn er Pflegefachkraft ist, sieht er weitere Chancen, sich fortzubilden: zum Beispiel zum Wundexperten.
Seine Praxisanleiterin Jennifer Eccleston sieht Fabian Frank denn auch auf einem guten Weg: "Am Anfang war er etwas tapsig, aber das hat sich gelegt. Wichtig ist, dass er den Bewohnerinnen und Bewohnern stets freundlich und respektvoll begegnet und neugierig ist, neue Herausforderungen anzupacken wie zum Beispiel die Schichtführung." Jennifer Eccleston macht keinen Hehl daraus, dass Menschen, die in der Altenpflege arbeiten wollen, "belastbar sein müssen, nicht menschenscheu sein dürfen und die anvertrauten Bewohnerinnen und Bewohner oder Patientinnen und Patienten mit ihrer Lebensgeschichte schätzen sollen". Doch wer diese Voraussetzungen mitbringt, finde eine abwechslungsreiche Tätigkeit vor. "Pflege ist mehr als ein Job", beschreibt die Praxisanleiterin sowohl deren Herausforderung als auch deren Sinnhaftigkeit.
Zulagen für Dienste an Feiertagen und Wochenenden verbessern
Zufriedenstellend sind nach Meinung von Norbert Bittner, Jennifer Eccleston und Fabian Frank auch die Vergütungen - sowohl für Azubis als auch später im Beruf. In der dreijährigen generalistischen Ausbildung erhält man laut Bittner bei der Caritas im ersten Ausbildungsjahr 1.490 Euro brutto und im dritten 1.653 Euro - hinzu kommen Zulagen für Sonn- und Feiertage sowie für Nachtschichten. Und als Pflegefachkraft erhält man nach seinen Angaben im ersten Jahr 3.943 Euro zuzüglich Schicht- oder Wechselschichtzulage, diversen Zeitzuschlägen sowie einer Jahressonderzahlung. "Bei Weiterbildungen, zum Beispiel zum Praxisanleiter oder zur Gerontopsychiatrischen Fachkraft, erhöhen sich die Bezüge." Beschäftigte der Caritas erhalten zudem später neben der gesetzlichen Rente eine betriebliche Altersversorgung. Für verbesserungswürdig hält der Caritas-Abteilungsleiter die Zulage von 35 Prozent bei Diensten an Feiertagen und von 25 Prozent an Sonntagen. "Da wird in der Industrie zum Großteil wesentlich mehr bezahlt, und es wäre fair, wenn das auch in der Pflege angepasst würde", so Bittner.
Um die Pflegeausbildung zu fördern, wäre es nach Überzeugung von Bittner sinnvoll, wenn Freiwilligendienste noch attraktiver gemacht würden. Am Beispiel von Fabian Frank werde deutlich, dass diese einen Weg in die Pflege ebnen könnten. Er selbst, so Bittner, wäre nicht im Pflege- oder überhaupt im Sozialbereich gelandet, wenn er früher nicht seinen Zivildienst bei Regens Wagner in Lauterhofen absolviert hätte. Eine Maßnahme, um Freiwilligendienste zu stärken, könne es zum Beispiel sein, dass jeder und jede Dienstleistende ein Deutschlandticket erhält. "Und sollten die Politiker entscheiden, die Wehrpflicht wiedereinzuführen, bin ich dafür, dass jeder im Rahmen eines verpflichtenden Gesellschaftsjahres entscheiden kann, ob er seinen Dienst bei der Bundeswehr, im Sozialen, im Umweltbereich oder im Katastrophenschutz leistet."
Demnächst zentraler Praxisanleiter in Eichstätt
Alle 20 Caritas-Seniorenheime im Bistum Eichstätt bieten Bittner zufolge sowohl die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft als auch die einjährige Ausbildung zum Pflegefachhelfer oder zur -helferin an. "Zudem tun dies mehrere der 14 selbstständigen Caritas-Sozialstationen." Alle Seniorenheime haben laut dem Caritas-Abteilungsleiter Praxisanleiterinnen und -leiter, welche die Azubis anlernen, unterstützen und begleiten. "Im September stellen wir im Caritasverband in Eichstätt einen zentralen Praxisanleiter an, der die Arbeit der Praxisanleitenden in allen Häusern koordiniert und konzeptionell fördert", kündigt er an und ergänzt: "Viele Häuser verfügen inzwischen über Skills Labs: speziell eingerichtete Räume, in denen Auszubildende pflegerische Abläufe realitätsnah an Pflegepuppen