Dr. Marina Jaciuk, Projektleiterin von "MumM!" (Mentorinnen unterstützen motivierte Migrantinnen), aus dem das Projekt IFA (Internationale Frauen für den Arbeitsmarkt) hervorgegangen ist, berichtete im vergangenen Jahr im Vorstand der Caritasstiftung Eichstätt über ihre Arbeit mit Migrantinnen. Foto: Caritas / Peter Esser
Zum Weltfrauentag am 8. März macht der Frauenfachverband IN VIA Bayern - Katholischer Verband für Mädchen und Frauensozialarbeit - auf die besondere Situation von Frauen mit Migrationserfahrung aufmerksam - und auf ihr großes Potenzial für Gesellschaft und Arbeitsmarkt. Wie wirksam gezielte Unterstützung sein kann, zeigt das Projekt IFA - Internationale Frauen für den Arbeitsmarkt in Ingolstadt. Dessen Vorgängerprojekt "MumM!" - Mentorinnen unterstützen motivierte Migrantinnen - wurde von der Caritasstiftung Eichstätt mit 5.000 Euro gefördert.
"Wir wissen, dass Migrantinnen häufig unterhalb ihrer Qualifikation arbeiten oder ganz aus dem Blick geraten. IFA ermutigt Frauen, dranzubleiben, ihre Kompetenzen sichtbar zu machen und passende berufliche Perspektiven zu entwickeln. Das ist gelebte Gleichstellung - und genau darum geht es am Weltfrauentag", sagt Rita Schulz, geschäftsführende Vorständin von IN VIA Bayern.
Seit knapp fünf Monaten begleitet IFA hochqualifizierte Migrantinnen beim Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt. Die 23 Teilnehmerinnen stammen aus 18 Ländern. Viele haben studiert, gearbeitet, sich ehrenamtlich engagiert oder Unternehmen geführt - und stehen hier dennoch vor Hürden wie fehlender Anerkennung von Abschlüssen, Sprachbarrieren oder sozialer Isolation.
"Wenn ich bei IFA war, gehe ich immer mit mehr Hoffnung nach Hause", berichtet eine Teilnehmerin. Eine andere sagt: "Ich habe hier Zwillinge bekommen und keine Familie in Deutschland. Durch das Projekt habe ich wieder Orientierung am Arbeitsmarkt. Ich weiß: Ich bin nicht allein."
Das Projekt zeigt bereits konkrete Erfolge: Vier Frauen haben eine qualifikationsgerechte Stelle gefunden, zwei weitere den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, 13 konnten ihre Abschlüsse anerkennen lassen. Darüber hinaus ist ein starkes Netzwerk entstanden, das trägt, motiviert und Perspektiven eröffnet.
"Es ist ein langer Weg, bis Frauen wirklich im Arbeitsmarkt ankommen", sagt Projektleiterin Ingrid von Schiller. "Dafür braucht es Fachwissen, individuelle Begleitung - und Resilienz. Der Zusammenhalt in der IFA-Gruppe ist ein entscheidender Motor." Regionale Arbeitgeber sind eingeladen, die Teilnehmerinnen persönlich kennenzulernen. "Wer die Kompetenzen dieser Frauen erkennt, gewinnt - menschlich wie wirtschaftlich", so von Schiller.
Das vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales geförderte Projekt soll über November 2026 hinaus fortgeführt werden. IN VIA Bayern bereitet derzeit einen entsprechenden Antrag beim Arbeitsmarktfonds vor.