Die Autorin Gundi Herget las Grundschulkindern mit viel Empathie aus ihrem Buch "Mein Papa, die Unglücksspiele und ich" vor. Foto: Sandra Daniel/Caritas
Die Autorin Gundi Herget hat am Mittwoch im Rahmen der bundesweiten "COA-Aktionswoche" an der Grundschule "Auf der Schanz" in Ingolstadt aus ihrem Buch "Mein Papa, die Unglücksspiele und ich" vorgelesen. Organisiert wurde die Lesung von der Fachstelle Glücksspielsucht der Caritas-Suchtambulanz Ingolstadt in Kooperation mit der Jugendsozialarbeit an Schulen der Caritas-Kreisstelle Ingolstadt und der Landesstelle Glücksspielsucht (LSG). Die COA-Aktionswoche wird von der Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien NACOA Deutschland jährlich initiiert.
Um was geht es genau in dem Buch? Erzählt wird die Geschichte der zehnjährigen Alina, ein überaus schlaues Mädchen, das feststellt, dass immer wieder ihr Sparschwein geplündert wird. Wer hat ihr das Geld gestohlen? War es der alte Hausmeister oder gar die Nachbarin? Oder vielleicht jemand aus der eigenen Familie? Verdächtige gibt es genug. Gut, dass Alinas Freund Pepe einen Detektivkoffer hat. Gemeinsam machen sich die beiden daran, das Rätsel um das geplünderte Sparschwein zu lösen. Könnte der Vater dahinterstecken, um seine Glücksspielsucht zu befriedigen?
Besseres Verständnis über Erkrankung vermittelt
Gundi Herget las mit viel Empathie und sorgte dafür, dass die rund 75 anwesenden Kinder der dritten und vierten Jahrgangsstufe die Schwierigkeiten und Emotionen, die Alina erlebt, gut nachvollziehen konnten. Dank der Zusammenarbeit mit Marie Lehner, Inhaberin der Fachstelle Glücksspielsucht, wurden wertvolle Informationen über Spielsucht in die Geschichte integriert, um den Kindern ein besseres Verständnis für die Erkrankung und deren Auswirkungen zu vermitteln.
Die Lesung war interaktiv gestaltet, sodass die Kinder nicht nur passiv zuhörten, sondern auch aktiv in das Geschehen eingebunden wurden. Durch gezielte Fragen und kleine Diskussionsrunden konnten die Mädchen und Buben ihre Gedanken und Erfahrungen teilen. Besonders beeindruckend war die Art und Weise, wie Herget es verstand, die komplexen Themen auf eine Art und Weise zu vermitteln, die die jungen Zuhörer fesselte, aber gleichzeitig nicht überforderte.
Im Anschluss an die Lesung konnten die Kinder Fragen stellen und sich weiter mit der Thematik auseinandersetzen. "Die Veranstaltung hat bei den Kindern ganz bestimmt bleibende Eindrücke hinterlassen. Sie haben erfahren, dass es immer Möglichkeiten gibt, mit schwierigen Lebenssituationen umzugehen und sie sich jederzeit Hilfe bei Fachkräften suchen können", resümiert Marie Lehner.
Mehr als 2,6 Millionen Kinder leiden unter Suchtproblemen ihrer Eltern
In der COA-Aktionswoche - eine Initiative der NACOA Deutschland Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e. V. - National Association for Children of Alcoholics - werden Kinder aus suchtbelasteten Familien eine Woche lang in den Fokus der Öffentlichkeit und der Medien gerückt. Mehr als 2,6 Millionen Kinder in Deutschland leiden nach Angaben der LSG unter Suchtproblemen ihrer Eltern.
Die Landesstelle Glücksspielsucht koordiniert bayernweit Prävention, Forschung, Beratung und Hilfe rund um das Thema pathologisches Glücksspielen. Sie besteht seit Juni 2008 und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege finanziert. Kooperationspartner sind die Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen BAS Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), der Betreiberverein der Freien Wohlfahrtspflege Landesarbeitsgemeinschaft Bayern für die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern e.V. und das IFT Institut für Therapieforschung München. Die LSG arbeitet fachlich unabhängig und ist nicht weisungsgebunden.