Caritasdirektor Alfred Frank (rechts) und sein Stellvertreter Andreas Steppberger unterstützen die bundesweite Caritas-Jahreskampagne „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“. Foto: Caritas/Peter Esser
Die Caritas in Deutschland stellt das Jahr 2026 unter das Thema gelingender Generationenbeziehungen. Unter dem Motto "Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen" werden Mitgliedsverbände und Einrichtungen der Caritas bundesweit das ganze Jahr über für ein Füreinander und Miteinander der Generationen werben: zum Beispiel in Kindertagesstätten, Seniorenheimen, Generationencafés und Lesepatenprogrammen. Das Symbol der Kampagne sind zwei Schuhe eines Caritas-Generationen-Paars auf einem rotem Schuhkarton.
Beim Kampagnenauftakt Anfang dieser Woche in Passau sagte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: "Wir wagen die Gegen-Utopie gegen die populäre Rede der unvermeidlichen Spaltungen. Wir machen die Realität des gelingenden Miteinanders von Alt und Jung als gesellschaftliche Superkraft sichtbar." Der Eichstätter Caritasdirektor Alfred Frank meint: "Die großen Herausforderungen unserer Zeit sind nur im Miteinander und Füreinander der Generationen zu bewältigen! Das gilt für ein gerechtes Rentensystem ebenso wie für den Klimawandel und für die Wahrung des sozialen Friedens." Es gehe nicht um eine Generationengerechtigkeit, "für die jede Generation um ihr Stück des Kuchens kämpfen muss und jedes Opfer aufgewogen wird, sondern um die Bereitschaft, für die anderen Generationen einen Beitrag zu leisten", so Frank. "Und diese Bereitschaft wächst auf dem Vertrauen, dass Unterstützung jedem zugutekommt, wenn er in Not ist."
Der Deutsche Caritasverband stellte zum Kampagnenstart fünf zentralen Forderungen für einen starken Sozialstaat aller Generationen vor: Reformen der Sozialversicherungen, die das Vertrauen aller Generationen stärken; eine Familien- und Bildungspolitik, die allen Kindern und Jugendlichen gleiche Teilhabechancen bietet und gesellschaftliche Mitverantwortung fördert; die Schaffung von Begegnungsräumen und Stärkung des Ehrenamts sowie eine nachhaltige Klimasozialpolitik.
"Füreinander und Miteinander von Jung und Alt ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten", erklärt auch der stellvertretende Eichstätter Caritasdirektor Andreas Steppberger und ergänzt: "In einer Zeit, in der sich ganze Generationen in altershomogene, digitale Blasen zurückziehen, braucht es Sozialräume, in denen echte Begegnungen möglich sind. Beispiele sind die Ingolstädter Bahnhofsmission der Caritas und Diakonie mit dem Café Redenszeit und die vielfältigen Angebote unserer Caritas-Seniorenheime, etwa der offene Mittagstisch."
Einsamkeit sei zu einer grassierenden Realität der Vereinzelung geworden, die sich mit gesundheitlichen Folgen und steigenden Zahlen von Suizidversuchen gerade unter jungen und hochaltrigen Menschen verbinde, so Steppberger. Das Gefühl, nicht dazu zu gehören, nicht gebraucht zu werden oder sogar zur Last zu fallen, lähme und verhindere tatkräftiges Engagement, wo es dringend gebraucht würde. "Daher setzen wir uns für ein Miteinander gegen Einsamkeit, für eine neue ‚Du-wirst-gebraucht-Kultur‘ ein", erklärt der stellvertretende Caritasdirektor.
Frank und Steppberger fordern zudem eine Familien- und Bildungspolitik, die sich zum Ziel setzt, Familien bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu entlasten und Kinder durch qualitativ hochwertige Bildung und Betreuung in Kita und Schule zu befähigen, ihre Potentiale auf dem eigenen Lebensweg und für ein Miteinander zu entfalten. "Dazu gehört auch, Kinder, Jugendliche, Eltern und Pädagogen in der Nutzung digitaler Tools so zu schulen, dass gemeinsam mit den Heranwachsenden für ihre Bedarfe stärkende Antworten gefunden werden", so Steppberger.
Informationen zu der Caritas-Jahreskampagne gibt es im Internet unter www.caritas.de/verbindet.