„Fremde aufnehmen“: Unter diesem Motto führt der Caritasverband für die Diözese Eichstätt seine diesjährige Herbstsammlung vom 29. September bis 5. Oktober durch. Caritasdirektor Franz Mattes erklärt in seinem Sammlungsaufruf, Flüchtlinge verließen ihre Heimat ins Ungewisse, „weil sie extreme Not leiden oder keine Lebensperspektive haben. Sie fliehen, um drohender Gewalt, kriegerischen Auseinandersetzungen oder anderen Gräueltaten zu entgehen.“ Sie hätten die Hoffnung, in unserer Gesellschaft Frieden, Akzeptanz und Beistand in ihrer Not zu finden. Doch nicht selten müssten sie mit versteckter Ablehnung, ängstlicher Voreingenommenheit oder unterschwelliger Feindseligkeit rechnen. „In letzter Zeit gibt es aber erfreulicherweise zunehmendes Engagement für Flüchtlinge“, erfährt der Caritasdirektor.
Er erinnert an das Wort Jesu „ Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen – oder eben nicht aufgenommen (vgl. Mt 25,35; 43)“. Das bedeute: „In den Fremden, Obdachlosen und Heimatlosen begegnen wir ihm. Alles, was wir ihnen tun oder verwehren, tun oder verwehren wir auch Gott“, so der Direktor. „Damit es gut gelingt, Fremde aufzunehmen sowie auch andere soziale Anliegen zu verwirklichen“, bittet Mattes um „eine großzügige Spende bei unserer Herbstsammlung“.
Von Flüchtlingsbetreuung bis zur Begleitung schwer kranker und sterbender Menschen
Wie immer bleiben laut der Caritas 40 Prozent des Sammlungserlöses in den Pfarreien für deren soziale Hilfen, 60 Prozent gehen an den Verband. Dem Motto „Fremde aufnehmen“ entsprechend will dieser 55.000 Euro der Mittel zugunsten der Beratung und Hilfen für Flüchtlinge verwenden. Da die Zahl der Schutz suchenden Menschen auch im Gebiet des Bistums Eichstätt steigt, will der Caritasverband deren Betreuung intensivieren. Gefördert werden sollen Initiativen von Sprachkursen über Freizeitangebote bis hin zur Bewältigung des Alltagslebens. 30.000 Euro Sammlungsgelder sind für die Caritas-Kinderferienfreizeiten vorgesehen. An diesen sind vielfach Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten oder emotionalen Störungen beteiligt. Um eine intensivere Betreuungsform zu entwickeln, soll daher für zwei Jahre mehr Geld in diese Freizeiten fließen.
16.000 Euro sollen in eine spezielle Beratung für Menschen mit Miet- und Energieschulden investiert werden, die in Ingolstadt neu eingerichtet wird. Ziel ist, Mietkündigungen mit möglicher Obdachlosigkeit als Folge zu vermeiden. Mit 300.000 Euro ist ein besonders großer Teil der Einnahmen aus der Herbstsammlung vorgesehen, um schwer kranke und sterbende Menschen besser begleiten zu können. Dafür werden die Mitarbeitenden in den 19 Caritas-Seniorenheimen besonders geschult. Dazu gehören auch ethische Fallbesprechungen.