Die Leiterin des Caritas-Frauenhauses Ingolstadt, Andrea Schlicht, informierte die Vorstandsmitglieder der Caritasstiftung sowie deren Geschäftsführer Andreas Steppberger (rechts) über die Arbeit ihrer Einrichtung. Foto: Caritas / Peter Esser
Die Caritasstiftung Eichstätt finanziert die Neu-Ausstattung eines Gymnastikraums für heilpädagogisch-therapeutische Angebote wie Ringen und Raufen sowie Boxen und Mädchensport im Caritas-Kinderdorf Marienstein mit 6.600 Euro. Ferner fördert sie ein Sozialkompetenztraining der Knabenrealschule Rebdorf mit 1.000 Euro. Das hat der Vorstand der Stiftung bei seiner jüngsten Sitzung in der Caritas-Zentrale Eichstätt beschlossen.
Bei dieser Zusammenkunft teilte zudem der 2. Vorsitzende Prof. Dr. Stefan Schieren mit, dass es nach sechs Jahren endlich gelungen sei, an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt die Stiftungsprofessur für Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt Digitalisierung/Künstliche Intelligenz zu besetzen. Der Dienstantritt solle voraussichtlich zum 1. Oktober dieses Jahres erfolgen. Schon vor mehreren Jahren hatte die Caritasstiftung beschlossen, diese Professur mit insgesamt 50.000 Euro zu bezuschussen: über fünf Jahre hinweg jährlich mit 10.000 Euro. "Die erste Zahlung wird wohl noch dieses Jahr erfolgen", kündigte der Geschäftsführer der Stiftung, Andreas Steppberger, an. Zu einem Kurzvortrag eingeladen war bei der Sitzung die Leiterin des Caritas-Frauenhauses Ingolstadt, Andrea Schlicht. Für diese Einrichtung finanziert die Stiftung laut Steppberger seit 2022 eine systemische Beratung für Frauen, die häusliche Gewalt erleiden mussten.
Unterstützung "ganz wertvoll"
Andrea Schlicht erklärte, dass das Frauenhaus Platz für 14 Frauen und 18 Kinder biete. "Die durchschnittliche Aufenthaltszeit liegt bei 80 Tagen. Einige gehen aber auch bereits wieder nach einigen Tagen und andere bleiben hingegen Jahre lang, weil sie keine Wohnung bekommen", informierte die Frauenhausleiterin. Die aufgenommenen Frauen seien psychisch sehr belastet. "Daher ist die Unterstützung der Caritasstiftung ganz wertvoll", bedankte sich Andrea Schlicht bei ihrem Besuch. Von der Stiftung wird eine externe Fachkraft finanziert, "die zu uns ins Haus kommt und für die Betroffenen eine systemische Beratung oder Therapie fachlich kompetent leistet. Alle Termine sind vergeben", so die Frauenhausleiterin. So werde eine schnellstmögliche psychische Stabilisierung und Entlastung der Frauen und Kinder bis zum Beginn einer angestrebten dauerhaften Therapie möglich gemacht. Im November vergangenen Jahres hatte die Caritasstiftung beschlossen, dieses Projekt mit 4.000 Euro zu unterstützen.
Zur Finanzierung des Gymnastikraums im Kinderdorf Marienstein erklärte Steppberger, dass sportliche Angebote, in denen sich Kinder auf vielseitige Weise ausagieren und ausprobieren können, einen zentralen Baustein in der Einrichtung darstellten. In dem Raum seien allerdings derzeit lediglich in der Mitte 16 Quadratmeter mit Matten ausgelegt, eine große Fläche von 38 Quadratmetern sei momentan für Bodenübungen und Raufen nicht nutzbar. Diese sollen nun "mit Judomatten ausgelegt werden. Die Heizkörper an der Wand sollen mit Holzkästen ummantelt werden. Ein Schrank soll eingerichtet werden, um Trainingsgeräte sicher zu verstauen", heißt es im Antrag des Kinderdorfes.
Zur Förderung des Sozialkompetenztrainings in der Knabenrealschule Rebdorf informierte der Geschäftsführer der Caritasstiftung, dass dieses bereits im Januar für alle fünften und sechsten Klassen stattgefunden habe. Ziel aller Maßnahmen sei es gewesen, ein positives Klassenklima zu fördern und den Schülern wichtige soziale Kompetenzen zu vermitteln. Dabei setzten sich die Kinder unter anderen mit Streit und Konflikten, Beleidigungen und Ausgrenzung, respektvollem Verhalten, der Einhaltung von Gesprächsregeln und dem Klassenzusammenhalt auseinander. Von den Gesamtkosten für das Training in Höhe von 1.800 Euro hat die Jugendsozialarbeit der Schule dem Projektantrag zufolge 800 Euro übernommen. 1.000 steuerte nun die Caritasstiftung bei.
Fünf Projekte in Ingolstadt mit Hilfe der Ullrich-Stiftung
Steppberger informierte bei der Sitzung der Caritasstiftung auch darüber, dass die von ihr treuhänderisch verwaltete Ullrich-Stiftung fünf Projekte in Ingolstadt fördere - ganz überwiegend an Schulen: eine Doppelvorstellung eines Friedenstheaters an der Grundschule Friedrichshofen mit insgesamt 2.570 Euro, Streitschlichtungs-Westen für Kinder-Streitschlichter der Grundschule Auf der Schanz in Höhe von 150 Euro, eine Tischtennisplatte samt Tischtennisschläger-Set für die Emmi-Böck-Schule mit knapp 730 Euro, ein Anti-Agressionstraining an der Mittelschule auf der Schanz in Höhe von 1.000 Euro sowie Tagesausflüge der Kultur- und Freizeitgruppe der Beratungsstelle für psychische Gesundheit an der Caritas-Kreisstelle Ingolstadt mit 500 Euro.
Nach Mitteilung des Leiters der Caritas-Finanzabteilung, Klaus Nieberle, verfügt die Caritasstiftung Eichstätt über ein finanzielles Vermögen von knapp drei Millionen Euro. Sie erwarte dieses Jahr Zinserträge von gut 47.500 Euro. Diese Erträge können zum Großteil in soziale Projekte investiert werden. Die Ullrich-Stiftung hat Nieberle zufolge ein Finanzvolumen von über 1,15 Millionen Euro und erzielt in diesem Jahr voraussichtlich Zinserträge von fast 16.500 Euro.
Auskünfte über die Caritasstiftung und die Ullrich-Stiftung erteilt Andreas Steppberger, Telefon 08421 50-938, E-Mail: andreas.steppberger@caritas-eichstaett.de