Führungswechsel im Caritas-Seniorenheim St. Willibald in Schwabach: Wolfgang Kursawe (64) ist heute als Leiter verabschiedet worden, die 48-jährige Ursula Markus wurde als seine Nachfolgerin offiziell eingeführt. Über hundert Mitarbeitende der Einrichtung sowie des Caritasverbandes Eichstätt, Gäste aus Politik und Kirche sowie auch einige Heimbewohnerinnen und -bewohner nahmen dazu an einem Gottesdienst und Festakt in der Kirche St. Peter und Paul teil. Der Eichstätter Caritasdirektor Franz Mattes – der den Gottesdienst mit Domkapitular und Dekan Alois Ehrl sowie dem Schwabacher Pfarrer im Ruhestand Georg Schlecht zelebrierte – sagte in seiner Predigt, Kursawe habe sich in seinem Dienst als Einrichtungsleiter „von der Liebe Gottes tragen – und diese spürbar werden lassen“. Kursawe steht seit Januar 2003 dem Caritas-Seniorenheim St. Willibald vor. Zuvor hatte er bereits von September 1999 bis Juli 2002 das Caritas-Seniorenheim St. Elisabeth in Eichstätt sowie von August bis Dezember 2002 das Caritas-Seniorenheim St. Josef in Freystadt geleitet. Am 31. März geht er in den Ruhestand.
Die für die Caritas-Altenhilfe im Bistum Eichstätt verantwortliche Abteilungsleiterin Hedwig Kenkel stellte vor allem Kursawes Verdienste für den Aufbau einer Palliativarbeit für schwerstkranke und sterbende Menschen sowie eines Umweltmanagements in der Einrichtung heraus. Ursula Markus wünschte sie viel Glück bei der Bewältigung einer doppelten Aufgabe, die auf sie warte: die Einrichtungsleitung, aber auch eine bevorstehende Generalsanierung des Hauses. Schwabachs Oberbürgermeister Matthias Thürauf sagte, er habe in St. Willibald immer „eine heimelige Atmosphäre vorgefunden“. Bedeutsam sei, dass dort nicht nur eine gute Pflege geleistet werde, „sondern die christliche Einrichtung durch die geistliche Begleitung auch Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod macht. So kann man vielleicht auch manches Leid besser bewältigen.“
Der evangelische Pfarrer Lutz Domröse dankte Kursawe, dass er ihn in dem Caritas-Seniorenheim als „unseren evangelischen Hauspfarrer“ angenommen und vorgestellt habe. Karl-Heinz Liepold aus Denkendorf würdigte im Namen aller Caritas-Seniorenheimleitungen im Bistum Eichstätt Kursawes „Fachkompetenz und menschliche Wärme sowie soziale Kompetenz“. Die Pflegedienstleiterin von St. Willibald, Lilia Rettich, sagte zu ihrem bisherigen Leiter: „Sie hinterlassen große Spuren. Sie haben dafür gesorgt, dass bei der schwierigen Arbeit der Mensch im Mittelpunkt stand.“ Hauswirtschaftsleiterin Irene Kowalski dankte Kursawe für das immer „offene Ohr für unsere Anliegen und Probleme“ und überraschte ihn mit einem besonderen Abschiedslied, das sie mit einer Kollegin sang. Heimbeiratsvorsitzender Bernhard Veeh sagte, es habe in der Bewohnervertretung nur wenige Probleme gegeben und bei diesen „war es leicht, mit Ihnen auf einen Nenner zu kommen“. Die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Gabriele Baumgärtner, erklärte, es habe zwar natürlich Meinungsverschiedenheiten mit der Einrichtungsleitung gegeben. Doch sie bescheinigte Kursawe, „dass Sie durch Ihr Wirken zum guten Ruf unseres Seniorenheimes beigetragen haben“. Dafür, dass Ehrenamtliche die Chance hatten, „mit Bewohnern in einem geschützten Rahmen achtsam zu arbeiten“, bedankte sich die Ehrenamtsbeauftragte Karin Pfaff beim bisherigen Einrichtungsleiter. Ursula Markus sagte, sie sehe ihre Hauptaufgabe darin, „Menschen, die hier ein neues Zuhause gefunden haben, zu begleiten“. Sie warnte vor einem falschen Bild in der Öffentlichkeit von Alten- und Pflegeheimen und einem Einzug in diese: „Fakt ist: Man gibt viel auf, aber man bekommt auch etwas.“ Die Schwabacher Stadträtin Marianne Lachmann, deren Mutter früher in St. Willibald war, überreichte Kursawe und Markus 500 Euro, die sie für das Seniorenheim selbst gesammelt hatte.
Einen symbolischen Schlüssel übergab der bisherige Leiter des Caritas-Seniorenheimes Schwabach Wolfgang Kursawe seiner Nachfolgerin Ursula Markus. Foto: Caritas/Esser
Zu den Personen und zur Einrichtung:
Unter der Regie von Wolfgang Kursawe wurden im Caritas-Seniorenheim Schwabach unter anderem eine „Sterbekultur“ und ein Wohngruppenkonzept für dementiell erkrankte Bewohner eingeführt. Ferner wurde die soziale Betreuung der alten Menschen ausgebaut. Die Teilnahme am kirchliche Umweltmanagement der Diözese Eichstätt und Zertifizierung der Einrichtung nach dem „Grünen Gockl“, die Beteiligung am Umweltpakt Bayern des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, der Ausbau der Angehörigenarbeit, die Gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeitenden und deren Betreuung, verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, unter anderem durch den Aufbau einer eigenen Hauszeitung, fallen ebenfalls in seine Amtszeit. Als wesentliche Erfahrung nennt er einerseits „die persönliche Bereicherung in der Begegnung mit den uns anvertrauten Bewohnerinnen und Bewohnern und deren Dankbarkeit für eine wertschätzende Zuwendung, Pflege und Betreuung“. Andererseits erlebte er einen stetig zunehmenden Kosten- und Zeitdruck, „der von den Mitarbeitern immer noch mehr abverlangt und eine menschenwürdige Pflege und Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner immer mehr erschwert“.
Ursula Markus wird seit 1. Februar dieses Jahres als Einrichtungsleiterin von Wolfgang Kursawe eingearbeitet. Sie war bereits zuvor seit April 2014 als Hauswirtschaftsleiterin und stellvertretende Leiterin im Haus tätig. Frau Markus ist ausgebildete Betriebsleiterin im hauswirtschaftlichen Bereich. Sie war in zahlreichen Unternehmen und Einrichtungen in Führungspositionen tätig, unter anderem von 1999 bis 2012 als Hauswirtschaftsleiterin im Caritas-Seniorenheim in Nürnberg-Langwasser. Ihr dortiges breites Arbeitsspektrum reichte von Personalentwicklung und -management über die Planung und Durchführung von Fortbildungen, Ausbildung von Mitarbeitenden bis zur Aufgabe als Umweltmanagement- sowie Hygienebeauftragte. In den vergangenen beiden Jahren machte sie eine Ergänzungsqualifizierung zur Leitung von Einrichtungen gemäß der Ausführungsverordnung zum Pflege- und Wohnqualitätsgesetz. Derzeit absolviert sie noch bis Ende 2016 einen dreijährigen berufsbegleitenden Studiengang in Gesundheits- und Sozialmanagement an der Hamburger Fern-Hochschule. „Eine wesentliche Aufgabe sehe ich in den nächsten Jahren in der Umsetzung der bevorstehenden Generalsanierung unseres Hauses. Dabei kann ich sicher meine Erfahrungswerte, die ich bei dem großen Umbau im Caritas-Seniorenheim St. Josef in Langwasser gewinnen konnte, gut einbringen“, so Frau Markus.
Im Caritas-Seniorenheim Schwabach können derzeit bis zu 96 alte und pflegebedürftige Menschen leben. Bei freien Plätzen haben sie die Wahl zwischen einem der 36 Einzelzimmer oder einem der 30 Doppelzimmer. Der Anteil der pflegebedürftigen Menschen liegt mittlerweile bei über 70 Prozent. Etwa 65 Prozent aller Bewohnerinnen und Bewohner sind demenzkrank. Insbesondere für einen guten Umgang mit ihnen werden alle Mitarbeitenden in einer Fortbildung „Gerontopsychiatrische Pflege“ geschult: Pflegende genauso wie Reinigungskräfte, Hausmeister und Angestellte in der Küche, denn auch sie haben engen Kontakt zu den betroffenen alten Menschen. Eine besondere Rolle spielt auch die palliative Begleitung vor allem schwerstkranker und sterbender Menschen. Ziel ist es, für Betroffene wie ein Mantel (lat. Pallium) für Wohlbefinden und Wärme zu sorgen. Dafür berät und begleitet eine in Palliativ-Pflege fortgebildete Mitarbeiterin Kolleginnen und Kollegen sowie Angehörige von Bewohnern in Zusammenarbeit mit dem Hospizverein Nürnberg-Schwabach.