Mitarbeitende des Caritas-Zentrums St. Vinzenz beteiligten sich gestern an der Aktion von Wohlfahrtsverbänden und Gewerkschaften „Lasst uns nicht im Regen stehen!“. Sie protestierten damit gegen Kürzungen im Sozialbereich. Foto: Bernhard Schäfer / Caritas-Zentrum St. Vinzenz
"Lasst uns nicht im Regen stehen!" Unter diesem Motto hat gestern ein breites Aktionsbündnis von Wohlfahrtsverbänden - unter anderen der Caritas - und Gewerkschaften gegen Sparmaßnahmen von Bund und Freistaat protestiert. Dem schloss sich auch das Caritas-Zentrum St. Vinzenz in Ingolstadt an. Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellten sich mit Regenschirmen vor das Gebäude. Diese Aktion hatte die Mitarbeitervertretung (MAV) der Einrichtung organisiert.
Speziell für den Bereich der Behindertenhilfe kritisiert der Leiter von St. Vinzenz Kürzungen der Bayerischen Staatsregierung: "Der Landesplan für Menschen mit Behinderung wird von 39,7 Millionen Euro im Jahr 2025 auf 38,1 Millionen Euro im Jahr 2026 und 37,4 Millionen im Jahr 2027 abgesenkt." Auch die Erstattung für unentgeltliche Beförderung schwerbehinderter Menschen im Nahverkehr werde von 50 Millionen auf 44 Millionen Euro reduziert. Das Aktionsbündnis stellt hierzu fest: "Inklusion, Barrierefreiheit, selbstbestimmtes Wohnen, Teilhabe am Arbeitsleben und verlässliche Assistenzstrukturen brauchen langfristige Planungssicherheit, ausreichend Fachkräfte und eine auskömmliche Finanzierung." Der Freistaat dürfe wachsende Bedarfe nicht durch haushaltstechnische Absenkungen, befristete Projektlogiken oder Verschiebungen auf Bezirke, Kommunen und Träger bearbeiten.
Heinz Liebhart erklärt: "Das Caritas-Zentrum St. Vinzenz sagt auch Ja zu Reformen aber Nein zum Abbau des Sozialstaates. Gelingende Teilhabe benötigt gesicherte Personal- und Finanzierungsstrukturen. Ein Abbau unserer sozialen Sicherungssysteme gefährdet Arbeitsplätze und droht Menschen mit Behinderungen auszugrenzen."
"Gerade in einem Flächenland wie Bayern ist das Gesundheits- und Sozialwesen kritische Infrastruktur", betont Dr. Andreas Magg, Landes-Caritasdirektor in Bayern. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdienste, Beratungsstellen, Kitas, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Dienste der Jugend- und Familienhilfe, Wohnungslosenhilfe, Suchthilfe, Integrationsarbeit, psychotherapeutische und psychosoziale Versorgung hielten den Alltag vieler Menschen stabil.