Ein Mann sagte zu mir: "Frau H., wie kommen Sie zu dem Verein?" "Durch die Taufe, wie Sie!" Sammlerin (70 Jahre)- Mein Caritas-Moment
Die Caritas hilft Menschen, aber manchmal kommen auch die Tiere nicht zu kurz. Bei einem meiner Einsätze als Haushaltshilfe wärmte ich ein Schäuferle für meinen Patienten, einen älteren Herrn, auf. Es stand auf dem Herd und begann gerade zu köcheln. Als ich kurz den Raum verließ und wieder zurückkam, um nach dem Stück Fleisch zu sehen, oh Schreck - da war es weg. Doch dann hörte ich ein genüssliches Schmatzen unter dem Küchentisch. Der freche Stubentiger hatte sich in meiner Abwesenheit das Fleisch aus dem Topf geholt und hatte begonnen, es unter dem Tisch zu verzehren. Mein Patient hatte das bis dahin noch gar nicht mitbekommen. Doch jetzt sprang er auf (so schnell es eben ging) und jagte (begleitet von wüsten Beschimpfungen, die ich hier besser nicht beschreibe) die Katze davon. Ich wollte das ganze Stück der Katze geben, doch Herr W. protestierte vehement. Auf seinen "Befehl" musste ich das Teil abwaschen und wieder in den Kochtopf legen, aber diesmal mit Deckel. Vorher hatte ich noch das angenagte Stück großzügig weggeschnitten und der Katze, die immer noch vorsichtig in der Ecke saß, gegeben. Nach einigem Zögern begann sie zu fressen, und da konnte Herr W. wieder lachen. Mitarbeiterin (60 Jahre)- Mein Caritas-Moment
Seit dem Tode meiner Frau sammle ich an ihrer Stelle. "Ich bin der Mann der blonden Frau mit dem weißen Rad", stellte ich mich bei der Frühjahrsaktion vor. Im Herbst konnte ich bereits davon profitieren. Ich erhielt viel Anerkennung für meine Frau, die seit zwanzig Jahren bei jedem Wetter und trotz beruflicher Belastung unermüdlich sammelte. Stolz bin ich, dass ich ihr Ergebnis leicht übertreffen konnte. Sie hatte in dieser Zeit viel erlebt. Einmal fragte ein Kind seine Mutter: "Ist diese Frau arm, muss sie sammeln, dass ihre Kinder etwas zum Essen haben?" Ich selbst habe ihre Erfahrungen weiterentwickelt. Läute ich an einer Haustüre, warte ich in gebührendem Abstand zur Eingangstüre die Zeit eines Vaterunsers ab, ob geöffnet wird. Wenn nicht, läute ich ein zweites Mal und habe oftmals Erfolg, jemanden anzutreffen. Bewusst habe ich ein Trachtensakko an und eine Aktentasche in der Hand, auf der ich die Information zur Sammlung halte, da ich weiß, dass ich beobachtet werde. Dadurch grenze ich mich von Personen ab, die ein Geschäft abschließen wollen. Im Gespräch erkläre ich das Logo, das Flammenkreuz und die Tätigkeit der Caritas. Sind Kinder mit dabei, erwähne ich die Beratungsangebote für sie. Ansonsten weise ich auf die Hilfe durch die Caritas im Krankenfall hin und erwähne, dass ich auch Verständnis habe, wenn jemand nicht spenden will und frage, ob ich beim nächsten Male wieder läuten dürfe. An einer Haustüre stellte sich im Gespräch mit einer älteren Dame heraus, dass sich die Zierleiste an ihrem Auto gelöst hatte. Ich bot mich an, ihr zu helfen, was auch gelang und sie verdoppelte ihre Spende. In einem anderen Fall bewunderte ich Pflanzen im Garten und erhielt im Herbst zwei Blumenstöcke für meinen Garten. Sammler seit 2017- Mein Caritas-Moment
Anlässlich des 30-jährigen Bestehens unseres Krankenpflegevereins haben wir unsere Mitgliederversammlung unter das Motto "Einander zum Engel werden" gestellt. Der Gottesdienst wurde entsprechend gestaltet und die Tische wurden liebevoll mit Engeln dekoriert. Jedes Mitglied durfte als Geschenk - als "give away" - seinen zarten, lichthellen Engel mit nach Hause nehmen. Soweit - so gut. Nach Monaten erzählte mir die Referentin, die Pflegedienstleitung einer Caritas-Sozialstation, dass dieses Lichtsymbol weit über unseren Abend hinausgestrahlt hat. Denn sie nahm ihren Engel mit zu all ihren Vorträgen in den Krankenpflegevereinen der Diözese Eichstätt und bat die Mitglieder, dass sie einander zum Engel werden sollen. Und zurzeit hat der Engel seinen Platz in der Studentenwohnung ihrer Tochter. Mitarbeiterin (60 Jahre)- Mein Caritas-Moment