Die Delegation des Caritas-Zentrums St. Vinzenz Ingolstadt – hier bei der Eröffnungsfeier bei den Special Olympics in Saarbrücken – holte 16 Medaillen: Foto: Christine Bauer
Groß war die Aufregung, als die 20-köpfige Ingolstädter Delegation am 14. sowie 15. Juni zu den Nationalen Wettkämpfen nach Saarbrücken aufbrach. Immerhin hatten sich 2025 elf Sportler bei den bayerischen Special Olympics Spielen in Erlangen qualifiziert und in den vergangenen Monaten weiter für ihre Teilnahme bei den Nationalen Spielen trainiert. In insgesamt vier Disziplinen traten sie gegen andere Sportler aus ganz Deutschland an und kämpften um Medaillen. Und das mit großem Erfolg: St. Vinzenz holte 16 Medaillen.
Doris Patz und Reiner Reichler - beide im Boccia-Team - reisten bereits einen Tag früher an, da für sie und ihren Head-Coach Elias Eichstädt bereits am Montagvormittag wichtige Klassifizierungs-Termine anstanden. Am Ende erzielten sie in den Disziplinen Einzel und Doppel zwei Silber- und eine weitere Bronzemedaille. Eichstädt, der erstmalig bei Special Olympics dabei war und derzeit im Bundesfreiwilligendienst beim Caritas Zentrum ist, meint: "Für mich war es eine erlebnisreiche Woche und ich bin beindruckt vom fairen Umgang unter den Athleten. Als bei der Eröffnungsfeier am Montagabend das olympische Feuer entzündet wurde, hatte ich eine Gänsehaut."
Schwimm-Crew besonders erfolgreich
Zahlreiche Medaillen regnete es für die Schwimm-Crew: David Yilmaz (je 1-mal Gold, Silber und Bronze), Paul Preschl (1-mal Gold) und Kathi Hoppe (1-mal Gold). Die Schwimmer stellten sich in 25, 50, 100 und 200 Metern Freistil ihren Konkurrenten und zeigten vollen Einsatz. "Ich bin auf alle meine drei Sportler sehr stolz, vor allem deshalb, weil jeder seine persönliche Bestzeit gesteigert hat.", so Christoph Mooser, Trainer der Schwimm-Mannschaft.
Lena Landinger zeigte trotz hoher Temperaturen vollen Einsatz beim Tennis und holte die Goldmedaille.
Foto: Haantjes Nathalie
Für Tennis war nur eine Athletin am Start, Lena Landinger. Ihr Wettkampf musste aufgrund der großen Hitze mehrfach verschoben werden. Bei fast 30 Grad erkämpfte sich Lena dennoch die Goldmedaille und ist "mega-stolz" auf ihre Leistung.
Größte Disziplin war die Bowling-Mannschaft des Caritas-Zentrums. Fünf Athleten maßen sich mit ihren Konkurrenten und konnten am Ende sieben Medaillen einheimsen: Michael Mayer (2-mal Gold im Einzel- und Doppel), Fabian Seemeier, Magdalena Hämmerl und Manuel Steger (jeweils Silber) sowie Markus Bannert (1-mal Gold, 1-mal Bronze). "Es freut mich riesig, dass wir so gut abgeschnitten haben", resümiert Trainerin Kerstin Fuchs.
Christine Bauer übernahm für St. Vinzenz ehrenamtlich die Delegationsleitung sowie die gesamte Organisation vor Ort. Bauer, selbst Mutter von drei Kindern, die im Leistungssport engagiert sind, verschob hierfür zahlreiche Termine und nahm sich extra eine Woche Urlaub. "Als ich angefragt wurde, für die ursprünglich geplante Delegationsleitung einzuspringen, war mir klar: den Sportlern kann man nicht antun, dass ihre Teilnahme abgesagt werden muss. Deshalb habe ich sofort zugesagt." Bereut hat Bauer diese Entscheidung nicht: "Ich war und bin begeistert von der bomben Stimmung unter den Athleten und wie gut sie alle auf ihre Trainer gehört haben".
Teilnahme auch von Sponsoren ermöglicht
Möglich und erleichtert wurde die Teilnahme der Ingolstädter Delegation auch durch den finanziellen Betrag von Sponsoren wie dem Apian-Gymnasium in Ingolstadt und der Firma Adidas. Ebenso unterstütze AUDI AG die Teilnahme und überließ dem Caritas-Zentrum St. Vinzenz drei Leihfahrzeuge, damit alle Sportler rechtszeitig bei ihren jeweiligen Sportstätten ankommen konnten.
Special Olympics ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannt ist. Insgesamt bietet die Organisation 30 verschiedenen Sportarten an. Es werden nationale Sommer- und Winterspiele im Vier-Jahres-Rhythmus angeboten. Daran erfolgreich teilzunehmen ist Voraussetzung, um sich für die Weltspiele zu qualifizieren. 2027 werden die nächsten Weltspiele in Chile ausgetragen. Im Saarland kämpften von 15. bis 20. Juni 2026 4.300 Sportlerinnen und Sportler um Medaillen.